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Neues Vogelgrippevirus bei Pinguinen entdeckt

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Baku, den 7. Mai (AZERTAG). Der Stammbaum der Vogelgrippe ist um ein Mitglied reicher – um einen Verwandten in der Antarktis. Forscher haben in Adeliepinguinen das Influenza A-Virus H11N2 nachgewiesen. Den Tieren schadet es nicht.

Die Welt der Viren ist nicht nur auf die feucht-heißen Tropen und gemäßigten Breiten beschränkt. Auch im ewigen Eis der Antarktis finden sie Lebewesen, in denen sie überleben können. So berichten australische Forscher um Aeron C. Hurt von der Monash University in Victoria, dass sie bei Pinguinen Influenzaviren nachgewiesen haben. Und zwar nicht irgendeinen Erreger, sondern ein völlig neues, bislang unbekanntes Grippevirus.

In der Fachzeitschrift der American Society for Microbiology, „mBio“, veröffentlichten sie ihre Studie, bei der sie Blutproben von Adeliepinguinen untersucht haben. Das dabei gefundene Influenzavirus ähnele keiner anderen der bisher bekannten Vogelgrippearten. Immerhin: den Pinguinen scheint es nicht zu schaden.

Dennoch werfe seine Entdeckung „zahlreiche Fragen“ auf, sagt der Forscher Aeron Hurt, der auch am Studienzentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Erforschung der Vogelgrippe im australischen Melbourne arbeitet. Nach seinen Angaben zeigt die Studie unter anderem, dass das Vogelgrippevirus bis in die Antarktis wandern und sich in der Population der Adeliepinguine halten kann.

Große Unterschiede zu anderen Vogelgrippeviren - Für ihre Untersuchung nahmen Hurt und sein Team im Januar und Februar 2013 Proben bei insgesamt 300 Pinguinen in der Admiralsbucht und der Rada Covadonga. Bei drei Prozent der Adeliepinguinen, insgesamt acht Tieren, fanden sie Viren des Typs H11N2, doch schienen alle gesund zu sein.

Bei einem Abgleich der Genomsequenz von vier der Proben mit einer öffentlich zugänglichen Datenbank von Tier- und Menschenviren stellten die Forscher fest, dass das Virus keinem anderen weltweit ähnelte. „Alle Gene unterschieden sich sehr stark von den Vogelgrippeviren auf anderen Kontinenten“, erklärte Hurt.

Eines der bekanntesten Vogelgrippeviren ist das H5N1, das sich besonders bei Geflügel und Wildvögeln findet. Es kann von Tier zu Mensch übertragen werden, kaum aber von Mensch zu Mensch. Bei 60 Prozent der infizierten Menschen verläuft die Krankheit tödlich. Seit seinem ersten Auftreten vor elf Jahren starben weltweit mehr als 360 Menschen an der Variante.

 

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