GESELLSCHAFT


Neun Menschen haben sich seit Jahresbeginn in Florida mit Lepra infiziert

A+ A

Baku, 27. Juli. AZERTAC

Das Gürteltier birgt die Gefahr. Anders können sich örtliche Mediziner und Experten der Seuchenkontrollbehörde CDC in Atlanta nicht erklären, warum in Florida in diesem Jahr bereits neun Neuinfektionen mit Lepra aufgetreten sind. Die gepanzerten Säuger übertragen das Lepra-Bakterium offenbar mit dem Speichel. Kommen Menschen mit den Tieren in Kontakt, können sie sich anstecken. Im Durchschnitt treten in Florida jedes Jahr zehn Infektionen auf; dieses Jahr scheint es mehr Krankheitsfälle zu geben.

Lepra ist eine Krankheit, die weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Angesichts von neueren und weitaus bedrohlicher erscheinenden Seuchen wie Ebola, Mers, Sars oder Vogelgrippe wirkt der schon in der Bibel beschriebene „Aussatz“ altmodisch und fern. Ist das Leiden nicht längst ausgerottet? Keineswegs, jedes Jahr stecken sich ungefähr eine Viertelmillion Menschen weltweit neu mit dem Lepra-Bakterium an; Schätzungen variieren zwischen 230 000 und 270 000. Besonders betroffen ist Indien, wo mehr als zwei Drittel aller Infizierten leben. Aber auch Indonesien, Brasilien, Myanmar und mehrere afrikanische Staaten sind von dem Leiden stark betroffen.

Zwischen zwei und vier Millionen Menschen weltweit leiden unter Verstümmelungen infolge der Krankheit. Weil Nerven absterben und Blutgefäße verstopfen, entstehen leicht Verletzungen an Händen und Füßen. Da die Menschen die Wunden aufgrund ihrer lädierten Nerven nicht spüren und dort keine Schmerzen mehr empfinden, kommt es schnell zu Infekten, und die Gliedmaßen werden noch stärker in Mitleidenschaft gezogen. Lepra lässt sich mit Antibiotika behandeln, besonders im Frühstadium sind die Aussichten noch recht gut, später kann sich die Behandlung lange hinziehen.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind