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Nigerias Präsident sagt Besuch in Chibok ab

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Baku, den 17. Mai (AZERTAG). Seit Wochen sind mehr als 200 Mädchen aus dem nigerianischen Chibok in den Händen der Sekte Boko Haram. Nun sagt Nigerias Präsident Jonathan einen geplanten Besuch in der Stadt ab. Die Kritik an seinem Umgang mit der Entführung wird schärfer.

Nigerias Präsident Goodluck Jonathan hat einen geplanten Besuch in der Heimatstadt abgesagt. „Der Präsident hat den Besuch in Chibok gestrichen“, teilte Jonathans Büro mit, ohne Gründe zu nennen. Reuters zitiert eine Quelle, die Sicherheitsbedenken als Grund für die Absage nennt.

Anstatt in den entlegenen Bundesstaat Borno zu reisen, soll Jonathan nun direkt nach Paris fliegen, wo am Samstag ein internationaler Gipfel zur Bedrohung durch die Sekte Boko Haram in der Region stattfindet.

Boko Haram hatte Mitte April eine Schule in der Stadt Chibok in Borno überfallen und 276 Schülerinnen verschleppt. Mehrere Mädchen konnten sich befreien, noch immer werden aber 223 von ihnen an einem unbekannten Ort festgehalten. Die nigerianische Regierung und insbesondere Jonathan waren nach der Entführung Mitte April auch international wegen ihrer zögerlichen Reaktion in die Kritik geraten.

Die Nichtregierungsorganisation „Koalition gegen Korrupte Führer“ zeigte sich „schockiert und enttäuscht“ über die Absage des Besuchs. Wenn Jonathan als Oberkommandierender der Streitkräfte Angst vor einem Besuch in Chibok habe, sende er den „unglückseligen Leuten“ im Nordosten des Landes damit die Botschaft, „dass er sie nicht beschützen kann und sie sich in ihr Schicksal fügen sollten“. Die Organisation forderte den Präsidenten zum Rücktritt auf.

 

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