GESELLSCHAFT


Ölleck vergiftet Trinkwasser von Millionen Chinesen

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Baku, den 12. April (AZERTAG). Im Norden Chinas herrscht Panik wegen eines Leck in einer Ölleitung. Wegen alarmierend hohen Benzolwerten brach zeitweise die Trinkwasserversorgung von gut 2,4 Millionen Menschen zusammen. Hamsterkäufe in Supermärkten waren die Folge.

Ein Leck in der Ölpipeline eines staatlichen Ölkonzerns hat offenbar das Trinkwasser von 2,4 Millionen Menschen im Norden von China vergiftet. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag.

Zunächst seien am Donnerstag etwa 118 Mikrogramm Benzol pro Liter im Trinkwasser der Stadt Lanzhou entdeckt worden. Bis Freitag stieg der Wert auf 200 Mikrogramm, das 20fache des in China gültigen Grenzwerts. Ursache sei ein Leck in einer Rohöl-Pipeline einer Tochtergesellschaft des Konzerns China National Petroleum Corporation, schrieb Xinhua.

Berichte über das vergiftete Trinkwasser lösten Panik in der Bevölkerung aus. In Supermärkten war Wasser am Freitag rasch ausverkauft, die Feuerwehr brachte bis spät in die Nacht Notrationen in die Stadt. Die Stadtverwaltung wies die Menschen an, bis Samstagmittag kein Leitungswasser zu trinken. Bei Messungen später am Samstag seien nur noch Spuren von Benzol in zwei Bezirken entdeckt worden, hieß es.

Benzol wird als Lösungsmittel etwa bei der Herstellung von Plastik verwendet. Benzoldämpfe sind beim Einatmen giftig, die Substanz wirkt auf das zentrale Nervensystem. Es kann zu Kopfschmerzen, Mattigkeit, Übelkeit und Erbrechen kommen - bei sehr hohen Konzentrationen kann es bis zum Tod infolge einer Atemlähmung führen. Zudem ist Benzol krebserregend. Lanzhou ist bekannt für seine chemische Industrie und damit einhergehende Umweltverschmutzung.

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