WIRTSCHAFT


Ölpreis steigt – Opec sich auf eine Förderbegrenzung von Erdöl geeinigt

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Wien, 29. September, AZERTAC

Bei einem informellen Treffen hat sich die Opec auf eine Förderbegrenzung von Erdöl geeinigt - nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen. Die Ölpreise schossen daraufhin in die Höhe, auch die Börsen drehten ins Plus.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich offenbar auf eine Begrenzung der Fördermenge geeinigt - zum ersten Mal seit acht Jahren. Der iranische Ölminister Bidschan Sanganeh sagte der Nachrichtenagentur Schana zufolge, die Organisation habe sich nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen auf Maßnahmen zur Marktstabilisierung verständigt. "Die Opec hat heute eine außergewöhnliche Entscheidung getroffen", so der Minister.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigte die Einigung unter Berufung auf einen Opec-Delegierten: Bei einem informellen Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier habe sich die Opec auf eine Fördergrenze von 32,5 Millionen Barrel (rund 5,2 Milliarden Liter) pro Tag geeinigt. Das wären fast 750.000 Barrel weniger als im August.

Für die Märkte kam die Einigung überraschend. Die Ölpreise schossen in die Höhe. Am Terminmarkt legte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November zuletzt um 6,5 Prozent auf 48,96 US-Dollar zu. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 6,13 Prozent auf 47,41 Dollar.

Die Wende geht Insidern zufolge auf eine Annäherung Irans und seines Erzrivalen Saudi-Arabien zurück, meldet die Nachrichtenagentur Reuters.

Im November werden Fördermengen einzelner Länder bestimmt - Die Einzelheiten standen den Angaben zufolge auch nach sechsstündigen inoffiziellen Beratungen noch nicht fest. Beim nächsten offiziellen Opec-Treffen im November würden die genauen Fördermengen einzelner Länder bestimmt. Dann sollten auch Nicht-Opec-Staaten wie Russland dazu aufgefordert werden, ihre Produktion ebenfalls zu drosseln.

Obwohl die Ölpreise bereits seit Monaten sehr niedrig sind, konnte sich die Opec - anders als in früheren Zeiten - lange nicht auf eine Verknappung des Rohstoffs einigen. Hintergrund war unter anderem die Strategie, dass neue Konkurrenten wie die Schiefergas-Industrie in den USA mit den niedrigen Preisen wieder aus dem Markt gedrängt werden können.

Doch zuletzt schlug sich der Ölpreisverfall auch im reichen Saudi-Arabien auf die Wirtschaft nieder. Die Regierung in Riad hatte sich bisher gegen Ausnahmen für Iran gesperrt, mit denen das Land sein Ölgeschäft nach Aufhebung von Sanktionen wieder in Gang bringen will. Zuletzt signalisierte Saudi-Arabien, Iran die Produktion "sinnvoller Höchstmengen" zuzugestehen. Saudi-Arabien und Iran ringen als Golf-Regionalmächte auch politisch um die Vorherrschaft.

Der Höhenflug der Ölpreise zog an den US-Aktienmärkten auch Energie-Aktien mit nach oben, so dass der Dow-Jones-Index ins Plus drehte.

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