GESELLSCHAFT


Passivrauchen ist ein Risiko für Unfruchtbarkeit

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Baku, 19. Dezember, AZERTAC 

Die Menopause tritt früher ein, das Risiko für Unfruchtbarkeit steigt. Wie schädlich neben aktivem Zigarettenkonsum auch Passivrauchen sein kann, zeigt eine aktuelle Studie.

Dass Rauchen den Körper schneller altern lässt, ist nichts Neues. Von außen wird dieser Prozess vor allem an der Haut sichtbar. Sie wird früher faltig und fahl. Im Inneren des Körpers sind unter anderem die Gefäße betroffen. Sie verlieren rascher an Elastizität als bei Nichtrauchern, Arteriosklerose entsteht, Herzinfarkt und Schlaganfall drohen. Bei Männern kann das außerdem zu Impotenz führen.

Auch die weibliche Fruchtbarkeit wird beeinträchtigt. Raucherinnen brauchen durchschnittlich länger, um schwanger zu werden und das Risiko für Fehlgeburten ist erhöht. Außerdem kommen sie früher in die Wechseljahre.

Dies gilt einer aktuellen Studie aus der Zeitschrift "Tobacco Control" zufolge auch für Passivraucherinnen. Forscher um Danielle Smith vom Roswell Park Cancer Institute in Buffalo (USA) haben die Daten der 93.676 Teilnehmerinnen der Women's Health Initiative Observational Study untersucht. Die Frauen waren zum Zeitpunkt der Studie zwischen 50 und 79 Jahre alt. Die Wissenschaftler teilten sie in verschiedene Gruppen ein, je nachdem wie lange und wie viel sie geraucht hatten oder noch rauchten, beziehungsweise wie lange sie mit einem Raucher zusammenlebten oder -arbeiteten.

Es zeigte sich, dass Raucherinnen und ehemalige Raucherinnen im Vergleich zu Nichtraucherinnen ein um 14 Prozent höheres Risiko für Unfruchtbarkeit haben. Wenn sie vor ihrem 15. Geburtstag angefangen hatten zu rauchen, lag es sogar bei 18 Prozent, wenn sie 25 oder mehr Zigaretten pro Tag rauchten bei 21 Prozent.

Außerdem haben Raucherinnen und Ex-Raucherinnen ein um 27 Prozent höheres Risiko, früher als der Durchschnitt - also vor dem Alter von 50 Jahren - in die Wechseljahre zu kommen. Die Gruppe derer, die jung angefangen hatten zu rauchen, kam im Schnitt 22 Monate früher in die Wechseljahre. Frauen, die 25 oder mehr Zigaretten pro Tag rauchten, 18 Monate früher als Nichtraucherinnen.

Ähnliches gilt für Frauen, die starkem Passivrauch ausgesetzt waren. Sie kommen durchschnittlich 13 Monate früher in die Wechseljahre als andere. Welche Bedeutung das frühere Eintreten der Wechseljahre hat, sei nicht endgültig geklärt, so die Forscher. Andere Studien hätten aber gezeigt, dass es mit einem höheren Sterblichkeitsrisiko insgesamt verbunden ist.

Die Gruppen, die Passivrauch stark ausgesetzt waren, hatten ein um 18 Prozent größeres Risiko, Probleme mit ihrer Fruchtbarkeit zu haben als andere. Die Betroffenen hatten entweder als Kind mehr als zehn Jahre mit einem Raucher zusammengewohnt, mehr als 20 Jahre mit einem zu Hause rauchenden Partner gelebt oder mehr als zehn Jahre lang mit im Zimmer rauchenden Kollegen gearbeitet.

Die Studie habe zwar nicht untersucht, in welchem ursächlichen Zusammenhang Rauchen und weibliche Fruchtbarkeit steht, so die Autoren. Dennoch gäbe es dafür plausible Erklärungen: Die Giftstoffe im Tabakrauch schaden nachweislich an vielen Stellen - etwa wenn die Eizelle befruchtet wird, sich einnistet oder der Embryo versorgt werden soll. Sie führen außerdem dazu, dass der Körper weniger Hormone produziert und diese nicht so aktiv sind - was wiederum eine frühere Menopause begünstigt.

Nicht nur für Frauen mit Kinderwunsch gibt es daher einen Grund mehr, mit dem Rauchen aufzuhören, sondern auch für ihre Partner. Und Eltern. Und Arbeitskollegen. Im Grunde für alle, die Passivrauch verursachen. Vielleicht ein guter Vorsatz fürs neue Jahr.

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