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Pirelli: Italiener mussten in der zweiten Jahreshälfte 2016 mit Interims-Autos testen

Baku, 3. März, AZERTAC 

Pirelli hat für die Saison 2017 den wohl langlebigsten Reifen des bisherigen Formel-1-Engagements geschaffen. Dieser Eindruck bestätigt sich zumindest nach den ersten Testfahrten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.

"Der Soft schafft hier locker 80 Runden", bestätigt Paul Hembery. Die befürchteten Einstopprennen nehmen immer mehr Form an. "Aber wir hören auf die Fahrer und die wollen einen Reifen, auf dem sie attackieren können. Und das geben wir ihnen", fügt der Pirelli-Motorsportchef hinzu.

Die Italiener mussten in der zweiten Jahreshälfte 2016 mit Interims-Autos testen, die bei weitem nicht das Performance-Niveau der jetzt vorgestellten Boliden erreicht haben. Der Schuss ins Blaue scheint aufgegangen zu sein, wie Hembery betont: "Wir mussten erst verstehen, wie die neuen Autos den Reifen zum Arbeiten bringen. Und die Abbauprofile sind sehr gut. Wir sind zufrieden damit, dass die Fahrer jetzt härter ans Limit gehen können."

Ein weiterer Kernaspekt der neuen Reifen ist die Tatsache, dass sie weniger Marbles verursachen. Die Zeiten, in denen neben der Ideallinie haufenweise Gummistücke herumlagen, die das Überholen erschwerten, sind vorbei. "Das war eine der zentralen Vorgaben", betont der 50-Jährige. Pirelli hat bisher mittels chemischer Prozesse im Reifen einen künstlichen Abbau erzeugt (im Fachjargon: Degredation). Diese Komponente ist nun sehr eingeschränkt. Es bleibt der normale Verschleiß (Wear) durch die dünner werdende Gummidecke auf dem Reifen. Dieser Effekt hat weit geringere Auswirkungen auf die Rundenzeit.

Pirelli-Chef: "Autos haben maximales Niveau nicht erreicht" - Zwar schafft nun bereits der weiche Reifen theoretisch eine komplette Renndistanz, doch Hembery erwartet, dass sich die Dinge noch ändern werden: "Es geht nicht darum, wo wir heute stehen, sondern wie es während der Saison aussieht. Und die Autos werden sich bis dahin noch verändern." Hemberys rechte Hand Mario Isola ergänzt: "Die Autos haben ihr maximales Performance-Niveau noch nicht erreicht. Wenn sie schneller werden, dann wird sich auch das Verhalten der Reifen verändern."

Egal, wie weit sich die Autos noch ändern mögen, eines wird wohl beim Alten bleiben: Die Rennen werden voraussichtlich mit nur einem Boxenstopp über die Bühne gehen. "Einen solchen Trend haben wir schon Ende 2016 beobachten können", konstatiert Paul Hembery und verweist auf die seit dem Großen Preis von Italien verwendeten Mindest-Luftdrücke.

"Wenn man mehr Stabilität hat und Maßnahmen gegen Überhitzung einführt, dann geht der Abbau zurück." Rennen ohne Boxenstopp sind nicht möglich, da während eines Formel-1-Rennens zwei unterschiedliche Reifentypen benutzt werden müssen.

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