WIRTSCHAFT


Samsung-Zulieferer beuten Mitarbeiter aus

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Baku, den 1. Juli (AZERTAG). Der Smartphone-Hersteller hat einen Teil seiner Zulieferer untersuchen lassen. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Betriebe gefährdet die Gesundheit ihrer Mitarbeiter und lässt sie mehr arbeiten als erlaubt.

Dutzende chinesische Zulieferer des weltgrößten Smartphone-Herstellers Samsung haben gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen verstoßen. Das ergab Samsungs jährlich erstellter Bericht für Sozialverantwortung, dessen Ergebnisse das südkoreanische Unternehmen am Dienstag veröffentlichte.

Die Untersuchung externer Experten ergab demnach, dass 59 der 100 überprüften Zulieferer in China für ihre Mitarbeiter keine ausreichende Schutzkleidung wie Brillen und Masken bereitstellten. 48 der Zulieferer ließen Minderjährige im Alter zwischen 16 und 18 Jahren mit Chemikalien hantieren.

Die meisten der überprüften Unternehmen hielten sich zudem nicht an die Obergrenzen für Überstunden. Insgesamt hat Samsung mindestens 200 Zulieferer in China; untersucht wurden allerdings nur 100 davon.

„Unmenschliche“ Arbeitsbedingungen - Samsung wird bereits seit Längerem für die Arbeitsbedingungen bei der Produktion kritisiert. Im Jahr 2012 waren Vorwürfe der Kinderarbeit und anderer Verstöße gegen den südkoreanischen Konzern in China aufgekommen.

Die Organisation China Labor Watch hatte damals von „unmenschlichen“ Arbeitsbedingungen bei den Samsung-Zulieferern berichtet. Der Konzern gelobte daraufhin, illegale Überstunden bis Ende 2014 nicht mehr zuzulassen.

Samsung teilte mit, es habe die betroffenen Zulieferer aufgefordert, die Missstände aus der jüngsten Prüfung zu beheben. Hinweise auf Kinderarbeit habe die mit der Untersuchung beauftragte Electronic Industry Citizenship Coalition allerdings nicht gefunden, hieß es.

Entschädigung, aber keine Entschuldigung - Bereits im Mai hatte Samsung zugesagt, mehreren an Krebs erkrankten Mitarbeitern Entschädigungen zu zahlen. Die Angestellten sind überzeugt, dass sie bei ihrer Arbeit in Halbleiterfabriken des Konzerns nicht ausreichend vor Schadstoffen geschützt wurden und deshalb krank wurden.

Der Elektronikkonzern erklärte, es werde „eine adäquate Summe“ für Betroffene sowie für Hinterbliebene von Verstorbenen zur Verfügung gestellt. Samsung unterstrich in der Erklärung jedoch, keine Verantwortung für die Krebsleiden zu tragen. Es werde eine Schiedskommission eingerichtet, um die Auszahlung zu regeln.

Auch Samsungs großer Rivale Apple stand lange in der Kritik wegen der Arbeitsbedingungen in asiatischen Zulieferwerken. Für besondere Aufmerksamkeit hatte 2010 die Selbstmordserie von Arbeitern beim weltgrößten Elektronikproduzenten Foxconn in China gesorgt, der für die meisten großen Konzerne fertigt.

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