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Schlafräuber, die viele nicht kennen

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Baku, 5. Januar, AZERTAG

„Stressʺ ist die häufigste Antwort, wenn nach Ursachen von Schlafstörungen gesucht wird. Doch nicht jedes Ein- oder Durchschlafproblem ist mit einer psychischen Belastung zu erklären. Zehn überraschende ʺSchlafräuberʺ und wie Sie sich vor ihnen schützen.

Ein erholsamer Schlaf ist entscheidend für Gesundheit und Wohlbefinden: Er lädt die Akkus auf und ermöglicht es den Körperzellen, sich zu regenerieren, damit sie auch am kommenden Tag einwandfrei arbeiten können.

Doch immer mehr Menschen kommen nachts nicht richtig zur Ruhe. Die klassische Medizin kennt insgesamt etwa 80 verschiedene Formen von Schlafstörungen. Als übergeordnete Typen sind die Insomnie („Schlaflosigkeit“) und die Hypersomnie (heftige Müdigkeit tagsüber) bekannt. Beide Zustände steigern das Risiko für Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Häufig werden sie lapidar mit psychischem Stress erklärt. Die Betroffenen nehmen ihre Schlafprobleme über Jahre hinweg tatenlos hin – oder bekämpfen sie mit Schlafmitteln. Die aber können im schlimmsten Fall abhängig machen.

Dabei stecken hinter Schlafstörungen oft handfeste Ursachen, die sich oft gut behandeln lassen. Arzneimittel, dunkle Allergien, der Fernseher, Schlechte Luft, Sport, Zigaretten gelten als überraschende Schlafräuber.

Medikamente, die die Ausschüttung bestimmter Hormone beeinflussen, Koffein enthalten oder auf die Nervenbotenstoffe im Gehirn wirken, können nachts wachhalten.

Dunkle Schokolade enthält viel Theobromin. Theobromin ist der Hauptinhaltsstoff der Kakaobohne und ein sogenanntes Alkaloid, das ähnlich wie Koffein und Tein das Nervensystem stimuliert und die Blutgefäße erweitert.

Zum Vergleich: Ein Espresso enthält etwa 60 bis 100 Milligramm Koffein, eine 0,33-Liter-Dose Coca Cola rund 30 und eine Tasse grüner Tee je nach Sorte zwischen 40 und 140 Milligramm.

Sie haben sich gerade ins Bett gekuschelt - schon fängt die Nase an zu triefen, die Augen jucken und Sie müssen husten? Dann ist an erholsamen Schlaf natürlich nicht mehr zu denken.

Vorm Fernseher eindämmern, dann schnell ins Bett: Das ist für viele Menschen ein bewährtes Einschlafrezept - allerdings nicht immer empfehlenswert, denn anders als beispielsweise ruhige Musik ist die flackernde Mattscheibe nur bedingt als Schlafmittel geeignet.

Natürlich kommt es auch darauf an, was genau man anschaut: Aufwühlende, actionreiche Filme eignen sich denkbar schlecht als abendliche Unterhaltung, wenn man sowieso schon mit Schlafproblemen kämpft.

Ruhige Landschaftsaufnahmen, Kochshows mit langsamen Kameraeinstellungen oder unaufgeregte Dokus sind in diesem Fall die bessere Wahl.

Eine regelmäßige Frischluftzufuhr im Schlafzimmer ist also ein Must-have für Menschen mit Schlafproblemen. Falls es wegen Geräuschbelästigung von außen nicht möglich ist, bei gekipptem Fenster zu schlafen, sollte man abends unbedingt gut stoßlüften, bevor man ins Bett schlüpft.

Prinzipiell fördert regelmäßige Bewegung einen erholsamen Schlaf: Aktive Menschen schlafen grundsätzlich tiefer und länger als Couchpotatoes, denn ihr Körper muss sich im Schlaf regenerieren. Außerdem unterstützt Sport den Abbau von Stress. Allerdings ist es keine gute Idee, noch zwei Stunden vor der Schlafenszeit anregende Sportarten wie etwa Ausdauersport oder intensives Krafttraining zu betreiben.

Wer raucht, leidet nämlich signifikant häufiger an Schlafstörungen und startet weniger ausgeruht in den Tag. Diesen Zusammenhang deckte eine Forschergruppe an der Universität Baltimore auf.

Schuld ist das Nikotin: Die nächtlichen Entzugserscheinungen eines Rauchers können den Schlaf empfindlich stören. Zudem erschwert das Nervengift den Übergang vom Eindämmern in den Tiefschlaf.

Für die US-Studie zeichneten die Forscher die Schlafphasen von 40 Rauchern und 40 Nichtrauchern auf, um sie anschließend miteinander zu vergleichen. Zusätzlich befragten sie die Probanden zu ihrer subjektiven nächtlichen Erholung. Außerdem maßen die Wissenschaftler Hirnströme, Atmung, Kreislauf, Schnarchen sowie die Herz-, Muskel- und Augenaktivität der Studienteilnehmer.

Das Ergebnis: Die Raucher schliefen wesentlich oberflächlicher. „Rauchen stört den Schlaf, auch wenn wie bei sehr exzessivem und regelmäßigem Kaffeegenuss Gewöhnungseffekte auftreten können“, bestätigt Schlafmediziner Michael Feld.

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