WELT


Schwere Erdbeben im Süden Japans

A+ A

Baku, 16. April, AZERTAC

Die Zahl der Todesopfer steigt nach den jüngsten Erdbeben in Japan auf mindestens 32. Immer deutlicher wird das Ausmaß der Zerstörung, auch viele historische Prachtbauten wurden getroffen.

Die schweren Erdbeben, die sich in den vergangenen Tagen in der japanischen Provinz Kumamoto ereignet haben, forderten mindestens 32 Todesopfer. Das gab Riho Tajima, Vorsitzende der Präfektur von Kumamoto, bekannt. Demnach starben 22 Menschen in Folge des Bebens vom Samstag, während zehn Menschen am Donnerstag ums Leben kamen, als sich das erste Erdbeben ereignete.

Mittlerweile zeigt sich das Ausmaß der Schäden. Die Armee schickte 20.000 Soldaten in die Unglücksregion. Viele Häuser in Kumamoto sind zerstört. In der Ortschaft Minamiaso ging ein gewaltiger Erdrutsch nieder und verschüttete eine Straße. Militärhubschrauber brachten Anwohner in Sicherheit. Auch das Verkehrsnetz in der Region wurde beschädigt. Viele Bahngleise und Straßen sind betroffen. Das Dach des Flughafens von Kumamoto brach ein, verletzt wurde niemand. Sämtliche Flüge von und zu dem Flughafen wurden gestrichen.

Hunderttausende von Haushalten waren vorübergehend von der Gas-, Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Stromunternehmen aus anderen Teilen des fernöstlichen Inselreiches stellten sich darauf ein, mobile Generatoren zur Versorgung von Krankenhäusern und anderen wichtigen Einrichtungen in die Unglücksregion zu schicken. Rund 70.000 Menschen haben sich in Notunterkünften in Sicherheit gebracht. Für den Abend wurde mit heftigen Regengüssen gerechnet, was weitere Erdrutsche zur Folge haben könnte.

Zusehends zeigt sich auch, welche Schäden viele historische Gebäude durch die Erschütterungen genommen haben. So brach bei der 400 Jahre alten Burg von Kumamoto eine Wand weg, ein Holzgebäude auf dem Schlossgelände stürzte ein. Noch schwerer ist der Aso-Schrein betroffen. Etliche der mit schweren Dachziegeln verkleideten Gebäude auf der Tempelanlage brachen ein. Das imposante Tor zum Schrein, das auch "Kirschblütentor" genannt wird, ist vollständig zerstört. Der über 1700 Jahre alte Bau ist offiziell als wichtige Kulturstätte anerkannt und gilt als eine beliebte Touristenattraktion.

Auch die Burg von Kumamoto ist eines der Wahrzeichen der Region. Sie wurde 1607 von Kato Kiyomasa erbaut, einem Militärstrategen und Provinzgouverneur, der für die Wiedervereinigung Japans kämpfte. Zeit ihres Bestehens hatte die Burg diversen Angriffen und Feuern Stand gehalten. Der Hauptturm der Burg, der sogenannte Bergfried, war zwar in den Sechzigerjahren durch eine Betonkonstruktion ersetzt worden. Viele der Steinwände stammen jedoch aus dem 17. Jahrhundert. Sie gehören nun zu dem am stärksten betroffenen Teilen der Burg.

Vormals ein beliebtes Ausflugsziel, warnt die Verwaltung Besucher nun davor, die Burg zu besuchen. "Bitte kommen Sie den Steinwänden nicht nahe, da es weiterhin zu Nachbeben kommt", heißt es auf der Facebook-Seite der Burgverwaltung.

Nach Regierungsangaben wurden bei dem Erdstoß der Stärke 7,0 am Samstag mindestens tausend Menschen verletzt, 184 davon schwer. Rettungskräfte suchten nach Erdrutschen und unter Trümmern eingestürzter Gebäude auf der Insel Kyushu, auf der Kumamoto liegt, nach Dutzenden Vermissten.

Es gebe "zahlreiche Orte, wo Menschen lebendig begraben wurden", sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. "Polizei, Feuerwehr und Armee tun alles, um sie zu retten." Mehrere abgelegene Orte auf Kyushu wurden durch Erdrutsche von der Außenwelt abgeschnitten. Häuser, Straßen und Bahnlinien wurden von Erdmassen begraben.

In der Stadt Minami-Aso stürzte der Schlafsaal einer Universität ein. Mindestens zwei Studenten kamen dabei ums Leben, mehrere weitere wurden verschüttet. In Kumamoto musste ein Krankenhaus geräumt werden, das durch das Beben instabil geworden war. Mehrere Brände brachen aus.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind