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Selektive Holznutzung gilt als die bessere Art der Forstwirtschaft

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Baku, den 2. August (AZERTAG). Bei der selektiven Holznutzung wird ein Waldstück nicht komplett gerodet, sondern es werden nur einzelne Bäume abgeholzt. Das soll besser für das Ökosystem sein. Doch Säugetiere und Amphibien leiden trotzdem.

Sie gilt als die bessere Art der Forstwirtschaft: die selektive Holznutzung. Aber in tropischen Wäldern kann auch das Entnehmen einzelner Bäume die Artenvielfalt drastisch dezimieren. Vor allem Säugetiere und Amphibien reagieren empfindlich auf diese Form der Waldwirtschaft, wie eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt.

Bei sparsamem Vorgehen sei jedoch eine schonende Nutzung möglich, schreiben Forscher um Zuzana Burivalova von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich im Fachjournal „Current Biology“.

Bei der selektiven Holznutzung werden in Waldgebieten nur einzelne Bäume gefällt – allerdings mit unterschiedlicher Intensität. Bisher war die Frage offen, ob diese Nutzung in ansonsten intakten Tropenwäldern die Artenvielfalt beeinträchtigt. Studien dazu lieferten widersprüchliche Ergebnisse.

„Die derzeitigen Fällquoten sind vorwiegend darauf ausgerichtet, eine nachhaltige Holzproduktion zu gewährleisten, sodass der Wald seinen Holzbestand erneuert“, wird Burivalova von der Zeitschrift zitiert. „Die werden gewöhnlich nicht danach ausgerichtet, die Artenvielfalt der Tiere zu erhalten. Das liegt zum Teil daran, dass bisher nicht klar war, ab welchem Punkt die Vielfalt in genutzten Wäldern abnimmt.“

Um diese Frage zu klären, werteten die Forscher 48 Studien aus, in denen pro Hektar, also 10.000 Quadratmetern, jeweils unterschiedliche Mengen Holz entnommen wurden. Demnach hängen die Folgen für die Tierwelt stark von der Intensität der Holznutzung ab.

Generell reagieren Säugetiere und Amphibien am empfindlichsten auf die Entnahme von Bäumen. Bei einer Intensität von 38 Kubikmetern pro Hektar sinkt die Zahl der Säugetierarten um die Hälfte. Das entspricht etwa der Entnahme von drei bis vier Bäumen. Die Amphibienvielfalt halbiert sich demnach bei einer Rate von 63 Kubikmetern pro Hektar, also etwa sechs bis sieben Bäumen. Worauf der Rückgang genau beruht, erläutern die Forscher nicht.

Zwar könne die Zahl der Vogelarten mit der Nutzungsintensität steigen. Das führen die Forscher aber darauf zurück, dass spezialisierte Waldbewohner durch weniger anspruchsvolle Arten ersetzt werden. Zudem seien Vögel in baumärmeren Gebieten eher sichtbar und würden somit eher registriert. Bei einer Rate unter zehn Kubikmetern pro Hektar bleiben die meisten Tierpopulationen stabil, schreiben die Forscher.

Insgesamt, so bilanzieren sie, sei die gegenwärtige Nutzung vielerorts zu intensiv für Säuger und Amphibien. „Selektive Holznutzung ist kein neues Phänomen und wird weiterhin gängige Praxis bleiben“, betont Burivalova. „Wir hoffen, dass diese Studie dazu beiträgt, die selektive Holznutzung künftig artenfreundlicher zu gestalten.“

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