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Simbabwe: Protest in Harare

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Baku, 15. April, AZERTAC

Er regiert Simbabwe seit mehr als 30 Jahren. Weil Machthaber Robert Mugabe eine Diamantenmine verstaatlichen ließ, die dem Staat Milliarden an Steuern schuldet, fordern Oppositionelle nun offen den Rücktritt des 92-Jährigen.

Offener Protest gegen den simbabwischen Langzeitherrscher Robert Mugabe ist selten, doch am Donnerstag war es wieder soweit. In Simbabwe haben Tausende Demonstranten von ihrem Staatschef eine Erklärung für das Fehlen von 15 Milliarden Dollar, rund 13 Milliarden Euro, Steuereinnahmen aus Diamantengeschäften gefordert.

Mugabe müsse erklären, wo das Geld geblieben ist, erklärte Oppositionsführer Morgan Tsvangirai. "Mugabe muss weg", hieß es auf den Transparenten vieler Demonstranten in der Hauptstadt Harare. Außerdem müssten die Wirtschaft angekurbelt und Arbeitsplätze geschaffen werden, so Tsvangirai. Die Mehrheit der Simbabwer lebe in großer Armut.

Der 92-Jährige Staatschef ist in dem Land im südlichen Afrika seit gut drei Jahrzehnten an der Macht. Seine Regierung hatte Ende Februar Diamantenminen in der Region Marange, östlich von Harare, beschlagnahmt.

Geburtstagsparty mit 50.000 Gästen - Mugabe erklärte daraufhin, die Bergbauunternehmen hätten es versäumt, Steuergelder in Höhe von 15 Milliarden Dollar zu zahlen. Simbabwe besitzt eines der größten Diamantenvorkommen weltweit, gehört jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt.

Der Präsident und seine Frau Grace werden in ihrem Land regelmäßig für ihren verschwenderischen Lebensstil kritisiert. Ende Februar feierte Mugabes 92. Geburtstag - mit 50.000 geladenen Gästen in einer Ruinenstadt. Die Kosten beliefen sich laut staatlichen Medien auf 700.000 Euro. Rund drei Millionen Simbabwer sind nach Angaben der Regierung wegen einer lange andauernden Dürre von Hunger bedroht.

Mugabe herrscht länger als irgendein anderer afrikanischer Staatschef und soll in seiner mehr als 30-jährigen Amtszeit ein enormes Vermögen angehäuft haben. Vor seiner letzten Wiederwahl 2013 hatte der Machthaber mehr als zwei Millionen neue Arbeitsplätze versprochen. Während offizielle Statistiken von einer Arbeitslosenrate im einstelligen Bereich sprechen, gehen Gewerkschaften von rund 80 Prozent aus.

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