WIRTSCHAFT


Sinkende Exporte und schwächelnder Konsum Griechenlands

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Baku, 31. Mai, AZERTAC

Griechenlands Bruttoinlandsprodukt ist im Anfangsquartal dieses Jahres gesunken. Weniger Exporte und ein schwächelnder Konsum sind Grund für die Misere.

Griechenland steuert auf die nächste Rezession zu. Die Wirtschaft des Krisenstaates schrumpfte zwischen Januar und März um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und damit stärker als zunächst angenommen, wie das Statistikamt Elstat mitteilte.

Griechenlands wirtschaftliche Talfahrt erklärt sich vor allem durch sinkende Exporte und schwächelnden Konsum. Im ersten Quartal bremsten zurückgehende Exporte die Konjunktur in dem Euro-Land. Zudem fiel der gesamte Konsum um 0,5 Prozent.

Fachleute sprechen von einer Rezession, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwei Quartale in Folge sinkt. Im Schlussquartal 2015 stieg das BIP nur schwach um 0,1 Prozent. In sieben der vergangenen acht Jahre war das BIP des hoch verschuldeten Landes gesunken. Auch für 2016 erwartet die EU-Kommission ein Minus von 0,3 Prozent.

Die Finanzminister der Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) hatten sich vorige Woche auf weitreichende Hilfen für Griechenland geeinigt. Die Geldgeber und die Regierung in Athen verständigten sich grundsätzlich auf die Auszahlung weiterer Mittel in Höhe von 10,3 Milliarden Euro.

Rentenreform stockt - Griechenland kann Insidern zufolge einige der Zusatzforderungen seiner Geldgeber allerdings nicht umsetzen. Dies habe Finanzminister Euklid Tsakalotos vergangene Woche in einem Brief an seine europäischen Partner und den IWF erklärt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf drei mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Vom Finanzministerium war vorerst keine Stellungnahme zu erhalten.

Offen blieb zunächst auch, ob das Vorgehen die Auszahlung weiterer Kredittranchen an Griechenland verzögern könnte. Einem der Insider zufolge drehen sich die Forderungen um Reformen bei der Rente. "Wir können keine wesentlichen Veränderungen machen", sagte ein Regierungsvertreter aus Athen. "Aber wir werden die technischen Verbesserungen angehen, die diskutiert wurden. Einige von ihnen sind richtig."

Schäuble hoffnungsvoll - Laut Zeitung "Ta Nea" ging der Brief an EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici, EZB-Direktor Benoît Cœuré und IWF-Europachef Poul Thomsen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte auf einer Konferenz in Berlin, er sehe Griechenlands Entwicklung trotz aller Schwierigkeiten mit mehr Hoffnung. Die dortige Arbeitslosigkeit nähere sich einem Wendepunkt. Schäuble fügte jedoch hinzu: "Kein Land in Europa hat einen so hohen Anteil an Steuern, die eigentlich bezahlt werden müssen, aber nicht erhoben werden."

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