WIRTSCHAFT


Sony Pictures will Mitarbeitern, deren persönliche Daten an die Öffentlichkeit gelangt waren

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Baku, 22. Oktober, AZERTAC

Fast ein Jahr nachdem ihre Daten bei einem großen Hackerangriff gestohlen wurden, sollen die Mitarbeiter von Sony Pictures Entschädigungen bekommen. Die US-Produktionsfirma will ihnen insgesamt acht Millionen Dollar zahlen.

Lohnabrechnungen, ärztliche Atteste, Auszüge aus dem Strafregister. Vor knapp einem Jahr hatten Hacker zahlreiche intime Informationen über die Mitarbeiter von Sony Pictures erbeutet und im Internet veröffentlicht. Jetzt hat sich die US-Filmtochter des japanischen Sony-Konzerns zu Entschädigungszahlungen in Höhe von acht Millionen Dollar (rund sieben Millionen Euro) bereit erklärt.

Die gütliche Einigung mit den Klägern, die noch von einem Gericht abgesegnet werden muss, sei ein „wichtiger und positiver Schritt nach vorne“, teilte Firmenchef Michael Lynton mit. Damit könne Sony Pictures den Hackerangriff nun endgültig hinter sich lassen.

Sony Pictures will Mitarbeitern, deren persönliche Daten an die Öffentlichkeit gelangt waren, in dem Deal bis zu 10.000 Dollar Entschädigung zahlen. Maximal sind dafür 2,5 Millionen Dollar eingeplant. Außerdem stellt die Produktionsfirma 3,5 Millionen Dollar für Gerichtskosten bereit. Sie will zudem zwei Millionen Dollar in einen besseren Schutz ihrer IT-Systeme investieren.

Sony Pictures war im November 2014 von Hackern angegriffen worden, persönliche Daten von 47.000 aktuellen und früheren Mitarbeitern sowie von Dritten, darunter einige Stars, wurden veröffentlicht. Die Unterlagen gewährten einen tiefen Einblick in das Innenleben des Unternehmens. So wurden etwa Produktionskosten bekannt sowie das Drehbuch eines noch nicht veröffentlichten Pilotfilms des „Breaking Bad“-Autors Vince Gilligan. Auch die Millionengehälter hochrangiger Mitarbeiter waren nachzulesen.

Aber auch einfache Angestellte konnten ihr Gehalt mit dem ihrer Kollegen vergleichen. Die Dokumente enthielten die Lohnabrechnungen von 6800 Mitarbeitern. Hinzu kamen die Geburtsdaten und Sozialversicherungsnummern von mindestens 3500 Mitarbeitern.

Die Hacker hatten Sony Pictures damals aufgefordert, den Film „The Interview“ nicht zu veröffentlichen. In dem Streifen geht es um ein fiktives CIA-Mordkomplott gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Die Produktionsfirma sagte den offiziellen Kinostart des Films daraufhin ab. Der Film war stattdessen unter anderem im Internet zu sehen. Das Weiße Haus warf Nordkorea vor, hinter der Cyberattacke zu stehen.

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