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Trauergäste aus 70 Ländern nahmen Abschied von Schimon Peres

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Baku, 30. September, AZERTAC

Bei einer Trauerfeier haben Gäste aus aller Welt in Jerusalem Abschied von Schimon Peres genommen. US-Präsident Barack Obama rief in seiner Ansprache vor rund 3000 Gästen zur Fortsetzung der Friedensbemühungen des israelischen Altpräsidenten auf.

„Die Verantwortung liegt in den Händen der nächsten Generation Israel“, sagte Obama auf dem Nationalfriedhof Herzl-Berg, während im Publikum Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas saßen. Netanjahu und Abbas, die sich seit Jahren nicht auf ein Treffen einigen konnten, hatten zuvor kurz gesprochen und sich die Hand gegeben.

Die Trauerfeierlichkeiten fanden unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Rund 8000 Polizisten waren im Einsatz. Zentrale Straßen in Jerusalem wurden gesperrt, ebenso wie die Autobahn zwischen Tel Aviv und Jerusalem. Mehr als 90 Delegationen aus 70 Ländern waren angereist. Aserbaidschan wurde von einer aserbaidschanischen Delegation unter der Leitung des stellvertretenden Premierministers Eltschin Afendiyev vertreten. Deutschland wurde unter anderem von Bundespräsident Joachim Gauck vertreten. Neben Spitzenpolitikern aus aller Welt kamen auch der britische Prinz Charles und der spanische König Felipe VI.

Peres galt als Architekt der Friedensverträge zwischen den Israelis und den Palästinensern. Er wurde dafür 1994 gemeinsam mit dem damaligen israelischen Regierungschef Izchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Der damalige US-Präsident Bill Clinton beschrieb Peres als Menschen, der Hoffnung spendete und Menschen zusammenbrachte. „Seine Kritiker haben ihn oft als naiven überoptimistischen Träumer bezeichnet. Sie lagen nur falsch mit dem naiven Teil“, sagte er in seiner Trauerrede.

Die vorerst letzten Friedensverhandlungen unter US-Vermittlung brachen allerdings im Jahr 2014 zusammen. Damals war Peres noch Israels Präsident.

Netanjahu stufte Peres als „einen der größten Anführer unseres Volkes“ ein. Israels Staatspräsident Reuven Rivlin beschrieb Peres' Tod als „riesigen persönlichen und nationalen Verlust“. Er bedeute das Ende der „Ära der Giganten“.

Die drei erwachsenen Kinder von Peres verabschiedeten sich in emotionalen Reden von ihrem Vater. Nach den Ansprachen wurde Peres beigesetzt.

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