WIRTSCHAFT


US-Notenbank verbietet Citigroup höhere Dividenden

Baku, den 27. März (AZERTAG). Die Citigroup hat eine Prüfung durch die amerikanische Notenbank Fed nicht bestanden. Die Aufseher verboten der einstmals größten US-Bank daraufhin die Aufstockung von Dividenden. Das Ergebnis ist eine Blamage für eine der besten Adressen der Wall Street.

Die US-Notenbank Fed greift in die Ausgabenpläne der Citigroup ein. Die Aufseher untersagten der Großbank nach einem Stresstest eine geplante Aufstockung von Dividenden und den Rückkauf eigener Aktien. Anderen Finanzinstituten genehmigte die Fed dagegen derartige Ausgaben.

Die Fed hatte im zweiten Teil ihres jährlichen Stresstests die sogenannten Kapitalpläne von 30 heimischen Banken und US-Töchtern ausländischer Finanzfirmen untersucht. Damit soll sichergestellt werden, dass die Geldhäuser ihr Kapitalpolster durch Dividenden oder Rückkäufe von Aktien nicht zu stark angreifen. Je weniger Kapital eine Bank vorhält, desto anfälliger ist sie für Krisen.

Neben dem Vorhaben der Citigroup lehnte die Fed auch die Kapitalpläne der US-Tochtergesellschaften der britischen HSBC und RBS sowie der spanischen Santander ab - dabei geht es um Gelder, die sie ihren europäischen Mutterfirmen überweisen. Die US-Aufseher drängen schon seit einiger Zeit auf eine bessere Kapitalausstattung der Tochterfirmen ausländischer Banken.

„Enttäuscht von der Entscheidung“ - Eine weitere Absage handelte sich die US-Regionalbank Zions Bancorporation ein. Dies war das einzige Institut, das schon im ersten Teil des Stresstests in der vergangenen Woche durchfiel. Dabei hatte die Fed eine Wirtschaftskrise am Computer simuliert und die Widerstandsfähigkeit der Banken getestet.

Das Ergebnis im zweiten Teil des Stresstests ist ein kleiner Schock für die Branche. Die Aktie der Citigroup fiel nachbörslich um mehr als sechs Prozent. Auch in Europa gaben die Kurse von Bankaktien am Donnerstag nach.

Die Fed begründete ihr Nein zu den Citigroup-Plänen unter anderem mit Defiziten in der Vorhersage der Bank, wie sich das globale Geschäft in einem Krisenfall entwickeln würde. Deshalb solle das New Yorker Geldhaus sein Kapital lieber zusammenhalten.

„Natürlich sind wir enttäuscht von der Entscheidung der Fed“, teilte Citigroup-Chef Michael Corbat mit. Die Citigroup hatte die Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 nur mit Staatshilfe überlebt. Corbat steht seit anderthalb Jahren an der Spitze des Konzerns und versucht, das Image aufzupolieren. Um bei den Anlegern attraktiver zu werden, wollte er die Dividende pro Quartal von einem auf fünf Cent erhöhen und den Aktienrückkauf von 1,2 Milliarden auf 6,4 Milliarden Dollar aufstocken. Nun muss er das Ansinnen nun zunächst auf Eis legen und Nachverhandlungen mit der Fed führen. 

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