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Uno-Forscher wollen große Klimaberichte abschaffen

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Baku, den 21. Oktober (AZERTAG). Blogger haben erneut einen vertraulichen Klimareport der Uno ins Netz gestellt. Forscher fürchten demnach mehr Gewaltkonflikte durch die Erderwärmung. Der Weltklimarat plant nun eine neue Strategie - und will auf große Berichte womöglich ganz verzichten.

Zum 25. Geburtstag kamen kaum Gäste, es wurde nur Wasser gereicht. Der Ehrentag des Klimarats der Vereinten Nationen (IPCC) wurde am Freitag mit einer spärlich besuchten Pressekonferenz in der georgischen Stadt Batumi begangen, auf der die Ergebnisse der 37. IPCC-Hauptversammlung vorgestellt wurden. Es wirkte wie ein Abgesang auf jene Organisation, die 2007 immerhin mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde. Einen weiteren großen Klimareport wird es womöglich nicht mehr geben.

Nun ist auch noch ein Entwurf des zweiten, eigentlich noch geheimen Teils des neuen Reports - er behandelt die Auswirkungen der erwarteten Klimaänderungen - im Internet gelandet. Schon der erste Teil des Berichts war in mehreren Vorabversionen auf diese Weise an die Öffentlichkeit gelangt. Das IPCC-System ist damit erneut in Frage gestellt.

Die wichtigsten Ergebnisse des zweiten Teils des neuen Uno-Klimaberichts:

In allen Weltregionen wurden Auswirkungen des Klimawandels auf die Umwelt festgestellt.

Einige Ökosysteme und Siedlungen sind auf Klimaschwankungen schlecht eingestellt.

Tiere und Pflanzen ändern ihre Lebensweise und Verbreitungsgebiete.

Der Landwirtschaft drohen Einbußen im Falle einer starken Erwärmung.

Der Klimawandel droht das Risiko von Konflikten in armen Gesellschaften zu verschärfen.

Offiziell will der IPCC den zweiten Teil seines Klimareports im März präsentieren. Ob er das übliche Aufsehen erregen wird, ist zweifelhaft - die Botschaft scheint längst bekannt. „Die zwei großen Fragen, für die der Klimarat gegründet wurde, hat er beantwortet“, schreibt das Fachblatt „Nature Geoscience“: Ändert sich das Klima? Und wenn ja, ist der Mensch Schuld? Die Antwort laute zweimal ja, hat der IPCC nun erneut unterstrichen.

Ob es einen weiteren Uno-Klimareport geben werde, entscheide man frühestens in zwei Jahren, erklärte der IPCC in Batumi. Doch es deutet viel darauf hin, dass der fünfte IPCC-Bericht, dessen erster Teil Ende September publiziert wurde, der letzte große Sachstandsbericht der Uno übers Klima gewesen ist. Der IPCC habe seinen Auftrag erledigt, stellte das Wissenschaftsmagazin „Nature“ bereits fest.

Statt der großen Klimaberichte erwägt der IPCC dem Vernehmen nach, kleinere Reports zu einzelnen Umweltfragen herauszugeben. Führende IPCC-Forscher, darunter der Leiter der Uno-Klimaverhandlungen in Stockholm, Thomas Stocker, plädieren für begrenzte Berichte. Sie könnten lauten: „Wie hoch steigt das Meer?“ oder „Wie schnell schmilzt das Eis?“ Die Wucht bisheriger Sachstandsberichte dürften sie kaum erreichen, der IPCC steht am Wendepunkt.

 

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