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Vanuatu: Verwüstung ist immens

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Baku, 17. März. AZERTAC

Flache Inseln und ein Zyklon höchster Stufe: Das verwüstete Vanuatu im Südpazifik hatte kaum Chance zu überstehen. Kein anderes Land ist Naturgewalten so ausgeliefert.

Die Katastrophe war nur eine Frage der Zeit. Nun türmen sich Schutt und Geröll, wo einst Häuser standen. Es gibt kaum mehr Lebensmittel und Trinkwasser, das Strom- und Kommunikationsnetz ist komplett zerstört. Der Zyklon Pam hat im Inselstaat Vanuatu alles verändert. Die Schäden sind verheerend: 90 Prozent der Gebäude in Port Vila, der Hauptstadt der südpazifischen Inselgruppe, sind nicht mehr, sagte der Präsident Baldwin Lonsdale.

Erste Bilder von den Inseln zeigen plattgewalzte Wohnsiedlungen, mächtige Wellen, die über das Ufer schwappen, entwurzelte Bäume und gebrochene Strommasten. Die Schätzungen zu Toten und Verletzten schwanken. Zwar konnten sich nach Angaben des Wetterdienstes weather.com Zehntausende in Sicherheit bringen, bestätigt sind derzeit 11 Tote. Mindestens 3.300 Menschen sind auf einen Schlag obdachlos, berichtet das Büro für Humanitäre Angelegenheiten der Vereinten Nationen.

„Unzählige Häuser sind einfach fortgerissen, nur die stärksten Betonbauten haben dem Sturm standgehalten – und davon gibt es nicht so viele“, sagt Chloe Morrison von der Hilfsorganisation World Vision. Sie ist in Vanuatu, hat den Sturm erlebt. Sie selbst hatte sich in einem Betonhaus in Sicherheit gebracht, nur ein paar Fenster gingen zu Bruch. „Der Wind war unendlich laut und hörte sich an wie Ozeanwellen, die an den Strand krachen“, sagt sie. „Vor meinem Haus landete ein Dach, das ist mindestens 50 Meter durch die Luft geflogen.“ Alice Clement, Sprecherin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, harrte in einem Hotel in Port Vila aus. Als Pam kam, „dachte ich, das ist der Weltuntergang“, sagt sie.

Vanuatu war bereits 2012 im Welt-Risiko-Bericht als das am stärksten gefährdete Land der Welt für Naturkatastrophen eingestuft worden. Die Sicherheitsvorkehrungen auf den Inseln sind unzureichend. Das flache Land ist anfällig für Überschwemmungen, die Inseln beherbergen Vulkane, die die Erde beben lassen und tropische Wirbelstürme sind in der Gegend nicht selten. Obwohl bereits einige Stunden vorher klar war, dass ein starker Sturm das Archipel erreichen würde, konnte die Bevölkerung zwar gewarnt, die Inseln jedoch nicht evakuiert werden. Logistisch ist das kaum möglich, zu weit abgelegen liegt Vanuatu.

Das tatsächliche Ausmaß lässt sich bislang nur schätzen, da das Telefonnetz komplett zusammengebrochen ist. Hilfsorganisationen können kaum ihre Mitarbeiter vor Ort kontaktieren. Das australische Militär hat das Gebiet überflogen und meldet erhebliche Zerstörungen. Besonders die südlichen Inseln sind demnach schwer getroffen. 30.000 Menschen sollen dort von jeder Hilfe abgeschnitten sein. Insgesamt leben 267.000 Menschen auf 65 der 80 Inseln.

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