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Venezolanischer Präsident Maduro verdächtigt die Regierung von Panama

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Baku, den 6. März (AZERTAG). Der venezolanische Präsident Maduro verdächtigt die Regierung von Panama, ein Komplott gegen sein Land zu schmieden. Er hat die diplomatischen Beziehungen abgebrochen, auch wirtschaftliche Kontakte sollen ruhen.

Venezuela wird zurzeit von heftigen Protesten erschüttert, Präsident Nicolás Maduro steht innenpolitisch - und auch außenpolitisch - unter Druck. Die Regierung von Panama hat wegen der Demonstrationen bei der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) eine Sondersitzung beantragt.

Maduro konterte auf seine ganz eigene Art: Er warf Panama vor, Komplott gegen sein Land zu schmieden und sprach von einer „offenen Konspiration“. Er habe sich daher entschieden, die diplomatischen Beziehungen abzubrechen. Auch die wirtschaftlichen Kontakte würden auf Eis gelegt, so Maduro am Rande von Gedenkfeiern anlässlich des ersten Todestags von Venezuelas früherem Präsidenten Hugo Chávez.

Die Regierung Panamas wies die Anschuldigungen Maduros als „inakzeptabel“ zurück. Präsident Ricardo Martinelli erklärte, sein Land setzte sich dafür ein, dass in Venezuela Frieden einkehre und die Demokratie gestärkt werde. Das Außenministerium ließ klarstellen, dass es auch die „unflätige Sprache“ aus Caracas nicht gutheiße.

Die OAS will sich möglicherweise an diesem Donnerstag mit der Lage in Venezuela befassen.

In Caracas wurde am Mittwoch eine Parade zu Ehren von Chávez abgehalten. Aus einer offenen Limousine winkten Maduro und seine Frau Cilia Flores der Menschenmenge zu, hinter ihnen fuhren Panzer, über ihnen kreisten Kampfhubschrauber. Aus Lautsprechern erklang die Nationalhymne mit der markanten Stimme von Chávez, der vor einem Jahr an Krebs gestorben war.

Die Opposition hatte aus Anlass der Parade zu neuen Protesten aufgerufen. Im Ostteil der Hauptstadt errichteten Regierungsgegner Barrikaden, um den Verkehr zu stoppen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. Nach Berichten lokaler Medien fuhren gepanzerte Fahrzeuge vor.

Die Protestwelle ist die bislang größte Herausforderung für Maduro. Für Donnerstag und Samstag riefen Opposition und Studentengruppen zu neuen Aktionen auf. Bei den Demonstrationen waren in den vergangenen Wochen 18 Menschen getötet worden.

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