WELT


Venezuela: Zahl der Toten bei Protesten steigen auf 110

Baku, 29. Juli, AZERTAC

Zwei Tage vor der umstrittenen Wahl zu einer verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela droht die Gewalt in dem Land zu eskalieren. Zum Schutz der Abstimmung sind alle Demonstrationen von Freitag bis Dienstag verboten. Das Oppositionsbündnis Mesa de la Unidad Democrática (MUD) will das Verbot aber ignorieren. Es rief für Freitag zu landesweiten Massenprotesten zur “Einnahme von Venezuela“ auf.

Die Zahl der Toten ist bei den andauernden Protesten im Land bereits auf 110 gestiegen. Die Unruhen in den Straßen Venezuelas waren vor rund vier Monaten ausgebrochen.

Der sozialistische Präsident Nicolás Maduro bot dem MUD einen Dialog an - Bedingung der Opposition sind aber sein Abschied von der Macht, eine Absage der Verfassungsreform und Neuwahlen.

Durch die Bevorzugung von Vertretern der Arbeiterklasse wird bei der Abstimmung am Sonntag mit einer Mehrheit für Sympathisanten Maduros gerechnet. Die Opposition fürchtet den Umbau zu einer Diktatur über den Hebel der Reform. Gewählt werden 545 Mitglieder der verfassungsgebenden Versammlung.

Davon vertreten 364 Mitglieder jeden Kommunalbezirk im Land - hierfür stehen 3200 Kandidaten zur Wahl. Aufgestellt wurden viele Vertreter der Partido Socialista Unido de Venezuela, einschließlich Maduros Ehefrau Cilia Flores. Dazu kommen 181 Personen aus Sektoren, die vorwiegend den Sozialisten nahestehen: Arbeiter, Studenten, Rentner und Bauern.

Die Wahl sollen 232 000 Sicherheitskräfte schützen. Die Opposition will die Abstimmung boykottieren. In einem symbolischen Referendum hatten sich mehr als sieben Millionen Menschen gegen die geplante Verfassungsreform ausgesprochen.

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