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Vulkan stößt zehn Kilometer hohe Rauchsäule aus

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Baku, den 7. April (AZERTAG). Mit einer kräftigen Eruption macht der seit Jahren aktive Vulkan Tungurahua wieder auf sich aufmerksam. Die Aschewolke ragt kilometerweit in die Höhe, zog mehr als hundert Kilometer ins Land. Frühere Ausbrüche hatten viele Menschenleben gefordert.

In Ecuador wächst die Sorge vor einem Ausbruch des Vulkans Tungurahua. Der Berg in den ecuadorianischen Anden hatte am Freitag eine zehn Kilometer hohe Rauch- und Aschefontäne ausgestoßen. Zuvor sei im Inneren des Bergs im Zentrum des Landes eine fünfminütige Explosion gemessen worden, teilte das Geophysische Institut der Polytechnischen Universität von Quito (PDF) am Freitagabend (Ortszeit) mit.

In den umliegenden Gemeinden seien Schutt und Asche niedergegangen, einige Straßen gesperrt und die Rettungskräfte der Region in Alarmbereitschaft versetzt worden, berichtete die Zeitung „El Comercio“.

Der 5023 Meter hohe Tungurahua ist seit 2006 wieder aktiv. Doch seit Februar wird von dem Vulkan, dessen Name in Quechua „Feuerrachen“ bedeutet, erhöhte Aktivität vermeldet. Bei einer Serie von Explosionen wurde eine Rauchwolke ausgespien, die bis in die rund 140 Kilometer nördlich gelegene Hauptstadt Quito reichte. Die Aschebelastung wurde zunächst aber noch als gering bezeichnet.

Der Tungurahua ist einer von acht Vulkanen in Ecuador, das auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring liegt. An dem hufeisenförmigen Vulkangürtel, der den Pazifischen Ozean umgibt und fast die gesamte Pazifische Platte umschließt, stoßen gleich mehrere Kontinentalplatten und ozeanische Platten aneinander. Diese sind ständig in Bewegung, weshalb Erdstöße keine Seltenheit sind. Um den 5029 Meter hohen Vulkan liegen zahlreiche Dörfer.

Bei einem Ausbruch im Jahr 2006 waren sechs Bewohner eines dieser Dörfer durch Lava getötet worden. Zwei Jahre später starben bei einer weiteren Eruption mindestens fünf Menschen, 20.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche wurden von Geröllmassen zerstört, die die Westseite des Bergs hinabgerollt waren.

Auch in den folgenden Jahren gab der „Feuerrachen“ keine Ruhe. Sowohl 2011 als auch 2012 wurden Ausbrüche gemeldet. Zum Teil spie der Vulkan dabei Gesteinsbrocken von der Größe eines Autos kilometerweit aus. Jedes Mal wurden dabei Einwohner umliegender Ortschaften in Sicherheit gebracht.

Die seit Jahren immer wieder ausgerufenen Warnungen haben in der Bevölkerung offenbar bereits eine Art Vulkanmüdigkeit ausgelöst. Nach einer wochenlangen Evakuierung im Winter 1999/2000 marschierten Tausende Bewohner mit Stöcken und Macheten zurück in ihre Dörfer, vertrieben das Militär und erklärten sich für die Folgen eines Ausbruchs selbst verantwortlich.

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