GESELLSCHAFT


WHO-Bericht: Weltweit haben 422 Millionen Menschen Diabetes

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Baku, 6. April, AZERTAC 

Die Zahl der Diabetiker nimmt dramatisch zu. Rund 422 Millionen Menschen weltweit sind einem WHO-Bericht zufolge zuckerkrank. Schuld sind Übergewicht, Fettleibigkeit und zu wenig Bewegung.

Die Zahl der Diabetiker weltweit hat sich nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1980 von 108 Millionen auf etwa 422 Millionen nahezu vervierfacht. Der Anteil in der erwachsenen Bevölkerung sei global von 4,7 Prozent auf 8,5 Prozent im Jahr 2012 gestiegen, teilte die Organisation am Mittwoch zu ihrem ersten globalen Diabetes-Bericht mit.

Die Stoffwechselkrankheit sei längst nicht mehr vor allem ein Problem reicher Länder, sondern in Regionen mit mittleren und geringeren Einkommen stark auf dem Vormarsch, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan. Allein 2012 starben den WHO-Daten zufolge 1,5 Millionen Menschen an direkten Diabetes-Folgen - 80 Prozent von ihnen in Ländern mit geringen oder mittleren Einkommen. Dort können viele Menschen die Medikamente kaum bezahlen und die Krankheit wird oft sehr spät oder gar nicht diagnostiziert.

Bei 2,2 Millionen weiteren Todesfällen im Jahr 2012 hätten ein zu hoher Blutzuckerwert und damit verbundene Risiken wie Herzkrankheiten eine Rolle gespielt. Ohne Gegenmaßnahmen werde Diabetes in den kommenden Jahren zu immer mehr Todesfällen führen und spätestens 2030 zu den sieben weltweit häufigsten Todesursachen gehören. Die UN rief aus diesem Grund zu verstärkter Vorbeugung und verbesserter Früherkennung auf - "Beat Diabetes" (Besieg Diabetes) ist in diesem Jahr das Motto des Weltgesundheitstages am 7. April.

In der Karte wurden die Unterschiede in den Altersstrukturen der Länder herausgerechnet. Sie zeigt, dass Menschen in Nordwest- und Südeuropa das niedrigste und Menschen in Ozeanien, dem mittleren Osten und Nordafrika das höchste Erkrankungsrisiko haben. Die Diabetes-Raten in den Ländern sind heute fünf- bis zehnmal so hoch wie in den Ländern mit den niedrigsten Werten.

In der Bundesrepublik gibt es nach Angaben der Deutschen Diabetes-Hilfe derzeit rund sechs Millionen Menschen mit Diabetes, wobei viele noch gar nicht von ihrer Erkrankung wissen. Beim weitaus größten Teil aller Fälle handelt es sich laut WHO um den Typ 2. Anders als der vergleichsweise seltene Diabetes Typ 1 wäre Typ 2 oft vermeidbar.

Als maßgebliche Ursachen sehen Experten ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, Übergewicht und Fettleibigkeit an. Die WHO empfiehlt allen Staaten, auf eine stärkere Vorbeugung zu drängen und bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen. "Einfache Maßnahmen der Lebensführung haben sich als effektiv zur Verhinderung oder Verzögerung der Typ-2-Diabetes erwiesen", heißt es in den WHO-Materialien zum Weltgesundheitstag. "Das Diabetes-Risiko kann durch die Gewährleistung eines normalen Körpergewichts mithilfe regelmäßiger physischer Aktivitäten und einer gesunden Ernährung reduziert werden."

Erklärtes Ziel der 194 WHO-Mitgliedstaaten sei es, frühzeitige Todesfälle durch nicht ansteckende Krankheiten - darunter Diabetes - bis 2030 um ein Drittel zu reduzieren, erklärte Margaret Chan. "Dafür brauchen wir stärkere Beiträge nicht nur verschiedener staatlicher Stellen, sondern auch der Zivilgesellschaft und der Diabetiker selbst, ebenso wie von Nahrungsmittelproduzenten sowie von den Pharma- und Medizintechnikfirmen.

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