GESELLSCHAFT


WHO: Im Jemen erkranken jeden Tag Hunderte Menschen an Cholera

Baku, 4. Juli, AZERTAC

Etwa 1500 Menschen sind in den vergangenen Wochen im Jemen an Cholera gestorben, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet. Die Repräsentantin der WHO im Jemen, Nevio Zagaria, forderte mehr Hilfe, um die Epidemie beenden zu können.

Cholera verursacht starken Durchfall und Erbrechen und ist besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensbedrohlich. Schon Mitte Juni waren laut Kinderhilfswerk Unicef insgesamt mehr als 193.000 Menschen im Jemen erkrankt. Die WHO hatte im Oktober 2016 von den ersten Cholera-Fällen im Jemen berichtet. Im Mai wurde in der Hauptstadt Sanaa der Notstand ausgerufen.

14,5 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser - Dabei lässt sich Cholera eigentlich gut behandeln. Doch nach drei Jahren Bürgerkrieg ist das Gesundheitssystem im Jemen in einem katastrophalen Zustand. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen ist geschlossen.

Hinzu kommen die schlechten hygienischen Zustände: 14,5 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Das begünstigt den Ausbruch von Cholera weiter.

Im Jemen kämpfen seit 2015 die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Die Hauptstadt Sanaa wird von den Rebellen kontrolliert. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen mutmaßliche Stellungen der Rebellen.

Die WHO spricht mit Blick auf den Jemen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.

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