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WHO: Zika-Virus grassiert seit Monaten in Lateinamerika

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Baku, 18. April, AZERTAC

Nach einem Aufenthalt in Venezuela hat ein Mann seinen Partner in den USA mit dem Zika-Virus infiziert. Zuvor waren nur Fälle bekannt, bei denen sich Frauen beim Sex mit Männern angesteckt hatten.

Ein Mann hat das Zika-Virus beim Sex auf seinen Partner übertragen. Der Betroffene sei zuvor in Venezuela gewesen und habe seinen Partner nach seiner Rückkehr im Januar im US-Bundesstaat Texas infiziert, teilte die US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) mit.

Bislang sind mindestens fünf Fälle bekannt, bei denen Männer ihre Frauen durch Sexualkontakte infiziert hatten. Die Hoden gehören zu den sogenannten immunprivilegierten Bereichen des Körpers. Das Immunsystem ist dort herunterreguliert, um das empfindliche Gewebe nicht zu gefährden. Dies hat zur Folge, dass Krankheitserreger wie das Zika-Virus in der Samenflüssigkeit länger überdauern können.

Die US-Behörden raten infizierten Männern, mindestens sechs Monate lang auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zu verzichten. Die Empfehlung gelte sowohl bei einer entsprechenden Diagnose als auch für den Fall, dass typische Symptome aufträten.

Das Zika-Virus grassiert seit Monaten vor allem in Lateinamerika. Übertragen wird die Krankheit in erster Linie durch den Stich der Ägyptischen Tigermücke, die ursprünglich aus Zentralafrika stammt. Experten gehen davon aus, dass Infektionen beim Sex nur einen sehr kleinen Teil der Ansteckungen ausmachen.

Zusammenhang mit Hirnfehlbildungen bestätigt - Für Erwachsene ist das Virus meist harmlos - rund 80 Prozent der Infizierten bemerken nichts von ihrer Ansteckung. Die anderen entwickeln in der Regel nur leichtes Fieber, einen Hautausschlag und gerötete Augen. In sehr seltenen Fällen kann es aber auch zu schweren Nervenkrankheiten wie dem Guillain-Barré-Syndrom kommen.

Bei der neurologische Krankheit steigen Lähmungen von den Beinen auf und schreiten mitunter bis zu den Hirnnerven und der Atemmuskulatur fort. Rund 20 Prozent der Patienten behalten schwere Behinderungen zurück, etwa fünf Prozent sterben an den Folgen.

Besonders gefährlich ist das Zika-Virus für ungeborene Kinder. Infiziert sich ihre Mutter in der Schwangerschaft, kann es beim Baby zu Entwicklungsstörungen des Hirns kommen - die betroffenen Kinder werden mit einem viel zu kleinen Kopf geboren. Erst kürzlich hatte das CDC den Zusammenhang zwischen der Fehlbildung und dem Virus endgültig bestätigt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt Schwangere aufgrund der Gefahr davor, in die betroffenen Gebiete zu reisen.

Zurzeit gibt es keine Impfung gegen eine Zika. Die Symptome können mit üblichen Schmerz- und Fiebermedikamenten gelindert werden.

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