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Warme Meeresströmungen lassen das Schelfeis der Antarktis zunehmend von unten abschmelzen

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Baku, 5. Dezember, AZERTAG

Das Eis in der Antarktis ist im Mittel mehr als 2000 Meter dick und stellt das größte Süßwasserreservoir der Erde dar. Studien belegen den Rückgang des westantarktischen Eisschildes. Das darin gespeicherte Wasser könnte den Meeresspiegel um knapp fünf Meter steigen lassen.

Um die Prozesse besser zu verstehen, wertete ein internationales Forscherteam ozeanographische Daten seit Mitte der 1960er Jahre aus. Die Untersuchungen der Wissenschaftler um Sunke Schmidtko vom Geomar-Forschungszentrum für Ozeanforschung in Kiel zeigen, dass rund um die Antarktis in der Tiefe Wassermassen zirkulieren, die 0,5 bis 1,5 Grad Celsius warm sind und deren Temperatur zunimmt. Zudem steigt dieses Tiefenwasser inzwischen verstärkt bis an das westantarktische Schelfeis auf, berichten die Forscher im Fachmagazin „Science“.

 „Diese Wassermassen haben sich in der Westantarktis im Laufe der vergangenen 50 Jahre erwärmt", sagt Schmidtko. Den Daten zufolge erhöht sich die Temperatur in der Bellingshausen- und der Amundsen-See der Westantarktis um 0,1 bis 0,3 Grad Celsius pro Jahrzehnt.

Zudem steigt das Tiefenwasser in der westlichen Antarktis in höhere Wasserschichten auf. Innerhalb von 25 Jahren stieg die Schicht um etwa 100 Meter bis an die Schelfkante. „Wir haben zum ersten Mal gezeigt, dass der Ozean die Hauptursache für die beobachtete Gletscherschmelze ist“, sagt Schmidtko. Als Ursache vermuten die Wissenschaftler Veränderungen der Windsysteme.

In einer zweiten Studie berichten US-Forscher, dass die Gletscherschmelze an der Amundsen-See drastisch zugenommen hat. Messungen der US-Weltraumbehörde Nasa und von Forschern der University of California in Irvine zeigen, dass diese Gletscher während der letzten 21 Jahre jährlich im Mittel 83 Gigatonnen verloren - das entspricht etwa dem halben Gewicht des Mount Everests.

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