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Was Eltern beachten müssen

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Baku, 22. Juli, AZERTAC

Bei Erwachsenen ist eine vegane Ernährung längst nichts besonderes mehr. Doch dürfen auch Kinder auf Käse, Joghurt und Milch verzichten? Der Wendepunkt kam mitten in der Schwangerschaft.

Bei Kindern sei es schon generell schwierig, exakt einzuschätzen, ob sie genügend essen, um erforderliche Nährstoffe und Kalorien für Wachstum und Entwicklung aufzunehmen. Bei vegan lebenden Kindern sei es noch komplizierter: „Einige Nährstoffe, wie zum Beispiel Eisen oder Zink, sind aus pflanzlichen Quellen für den Körper nicht so gut verwertbar wie aus tierischen Produkten“, erklären Experten.

„Durch Studien wurde festgestellt, dass selbst eine hohe Aufnahme von pflanzlichem Eisen vielfach nicht ausreicht, um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Mit einer reinen Pflanzenkost fällt es schwer, die Nährstoffversorgung sicherzustellen.“

„Allenfalls mit einem profunden Ernährungswissen ist es möglich, Kinder auf veganem Weg gesund zu ernähren“, sind Ernährungswissenschaftler überzeugt. Dafür erforderlich sei ein sehr ausgewogener und bunter Speiseplan, nicht nur mit Obst und Gemüse, sondern auch mit Nüssen, Samen, viel Getreide und Supplementen. Denn: Ohne gezielte Nährstoffergänzung gehe es nicht. Oberste Pflicht sei die Einnahme von B12, einem Vitamin, das im Normalfall nur in tierischen Produkten vorkommt.

Während die B12-Speicher bei Erwachsenen viele Jahre halten, kann ein Mangel bei Kindern schon in kurzer Zeit zu neurologischen Schäden und Blutarmut führen. Bis Eltern das bei ihrem Kind bemerken, können schon irreparable Schäden entstanden sein“, warnen Experten. Für die ethischen Motive vegan lebender Eltern zollen Kinderärzte hohen Respekt: „Eine pflanzlich basierte Kost hat zudem auch viele gesundheitliche Vorteile. Bei Kindern muss sie aber gut geplant und begleitet sein.

Man rät Eltern, mit dem betreuenden Kinderarzt offen über die vegane Ernährung zu sprechen und alle vorgeschriebenen Untersuchungen wahrzunehmen. Mindestens bis zum Schuleintritt ist aufgrund des erhöhten Nährstoffbedarfs die Gabe eines Multinährstoffpräparats zu empfehlen. Dieses sollte neben dem obligatorischen Vitamin B12 auch Eisen, Zink und Jod und möglichst auch Vitamin D enthalten.

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