GESELLSCHAFT


Wege zum Beenden der HIV/Aids-Epidemie bis zum Jahr 2030

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Baku, 18. Juli, AZERTAC

Auf der Welt-Aids-Konferenz beraten knapp 18.000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter, wie sich die Krankheit besiegen lässt. Ein Experte warnt: Ein großes Problem dabei wird der Brexit.

Der geplante EU-Austritt Großbritanniens könnte den Kampf gegen die Aids-Epidemie deutlich erschweren, warnt Chris Beyrer, Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft.

Großbritannien sei sowohl eine der größten Gebernationen als auch eine der wichtigsten Forschungsstandorte für den Kampf gegen HIV/Aids, sagte Beyrer am Rande der Welt-Aids-Konferenz in Südafrika.

Teile der HIV-Forschung in Großbritannien, etwa die Suche nach einem Heilmittel oder einer Impfung, werden unter anderem aus dem EU-Forschungsprogramm "Horizon" unterstützt. Es ist bislang unklar, inwieweit Großbritannien den Ausfall dieser Mittel nach dem Brexit kompensieren wird.

Aids bis 2030 besiegen? - Die Welt-Aids-Konferenz begann am Montag unter Beyrers Vorsitz in Durban, Südafrika. Bis zu 18.000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter aus rund 180 Ländern beraten dort unter anderem über Wege zum Beenden der HIV/Aids-Epidemie bis zum Jahr 2030. Auf dieses Ziel hatte sich die internationale Gemeinschaft im Juni verständigt.

UNAIDS-Chef Michel Sidibé sagte am Montag, er habe Sorge, dass die Welt dies nicht schaffen werde. Angesichts anderer dringender Probleme wie Terrorismus oder Migration gehe die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen HIV/Aids in dieser kritischen Phase zurück, erklärte er. Wenn der Kampf jetzt nachlasse, werde sich die Epidemie noch weiter ausbreiten. Dann werde die Bekämpfung von HIV/Aids für die internationale Gemeinschaft mittelfristig viel teurer werden, warnte Sidibé.

Gegenwärtig infizieren sich jährlich rund 2,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. Weltweit sind rund 37 Millionen Menschen HIV-positiv. Mehr als die Hälfte von ihnen hat keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten.

Häufigste Todesursache bei Jugendlichen in Afrika - Etwa 1,1 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen der Immunschwächekrankheit, vor allem in Afrika. Dort ist Aids die häufigste Todesursache bei Jugendlichen.

"Trotz bemerkenswerter globaler Fortschritte beim Kampf gegen die HIV/Aids-Epidemie bleibt noch viel Arbeit, um Kinder und Jugendliche von Ansteckung, Krankheit und Tod zu schützen", sagte Unicef-Direktor Anthony Lake in Durban.

Rund 68 Prozent der rund 52.000 Jugendlichen, die von Unicef in 16 Ländern befragt wurden, wollten nicht auf HIV getestet werden - aus Angst vor einem positiven Ergebnis und vor dem sozialen Stigma, das damit einhergeht.

Lake erklärte, der Kampf gegen die Epidemie sei nicht zu gewinnen, ohne dass die Anstrengungen zur Prävention und Behandlung verdoppelt und das Stigma und die Angst beseitigt würden, die Menschen davon abhielten, sich testen zu lassen.

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