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Weltnaturschutzunion hat ihre Rote Liste aktualisiert

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Baku, 23. Juni, AZERTAC

Neben bekannten Arten wie dem Löwen enthält sie allein 44 neue Pflanzenarten. Sie alle werden als Heilpflanzen genutzt und sind deshalb bedroht.

Die Rote Liste der gefährdeten Tiere und Pflanzen ist trotz einiger Schutz-Erfolge wieder länger geworden. Die Weltnaturschutzunion IUCN hat sie um mehrere Hundert Arten von gut 22.400 auf knapp 22.800 erweitert. Auf ihre Gefährdung untersucht wurden mehr als 77.000 Arten, im Vorjahr waren es 74.000. Demnach ist der prozentuale Anteil in etwa konstant geblieben. Die Rote Liste gilt als wichtiger Indikator für den Zustand der Natur.

Gründe für die kritische Situation einzelner Pflanzen und Tiere seien in vier von fünf Fällen der Verlust und die Verarmung des Lebensraums, der illegale Handel und die Verdrängung durch andere Arten, berichtet die IUCN. Auch das viel zu intensive Sammeln von Pflanzen für medizinische Zwecke spiele eine unrühmliche Rolle. Nähere Informationen zu einzelnen Spezies auf der Roten Liste finden Sie in unserer Fotostrecke.

Löwenknochen als Medizin - Unter den Tieren hat sich laut IUCN unter anderem die Situation der Afrikanischen Goldkatze und des Neuseeländischen Seelöwen deutlich verschlechtert. Auch die Löwen-Bestände seien trotz einiger Schutz-Erfolge im südlichen Afrika im Westen und Osten des Kontinents deutlich zurückgegangen.

Zu den Gründen zählten Konflikte mit Siedlern und Bauern sowie ein Rückgang bei den Beutetieren durch übermäßige Jagd. Eine zunehmende Gefahr für den Löwen sei auch der Handel mit Knochen und anderen Körperteilen für medizinische Zwecke. In der Region und auch in Asien werde Medizin aus Teilen des Löwen geschätzt.

Bedrohte Orchideen - Unter den Pflanzen sind den Angaben zufolge fast alle der 84 Frauenschuharten in den asiatischen Tropen bedroht. Zwar stünden die Orchideen unter dem Artenschutz-Abkommen Cites. Aber mangels strafrechtlicher Verfolgung blühe der illegale Handel, heißt es. Auch wenn es die Pflanzen in künstlichen Kulturen gebe, bedeute ihr Verlust in der Wildnis eine erhebliche Verarmung für die genetische Vielfalt.

Außerdem hat die IUCN 44 als medizinisch wirksam geltende Pflanzen aus Indien auf die Rote Liste aufgenommen. Sie alle wurden als bedroht eingestuft. Ihre Wurzeln und Knollen würden in großen Mengen in der Ayurvedischen Medizin und in der Homöopathie eingesetzt. Die Liste müsse ein Weckruf sein, der an die zunehmende Verwundbarkeit der Natur erinnere, sagte IUCN-Direktorin Inger Andersen.

Iberische Luchse kehren zurück - Es gibt aber auch gute Nachrichten. Zu den Erfolgsgeschichten zählt die Organisation die Entwicklung beim Iberischen Luchs. Dessen Bestand habe sich binnen zehn Jahren auf 150 erwachsene Tiere verdreifacht. Die IUCN stufte die Art vom Status „vom Aussterben bedroht“ auf „gefährdet“.

Noch besser hat sich die Population der Guadalupe-Seebären entwickelt. Von nur wenigen Hundert Exemplaren in den Fünfzigerjahren hätten sich die Bestände im südlichen Kalifornien heute auf 20.000 erhöht. Die Art gilt somit als nicht gefährdet. Die neue Rote Liste bestätige, dass wirksamer Schutz außerordentliche Ergebnisse hervorbringe, sagte IUCN-Direktorin Inger Andersen.

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