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Wenn Menschen umziehen, nehmen sie ihre Bakterien mit

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Baku, den 30. August (AZERTAG). Wenn Menschen umziehen, nehmen sie ihre Bakterien mit. Wissenschaftler wiesen jetzt nach: Schon nach kurzer Zeit finden sich in der neuen Wohnung die gleichen Keime, die auch in der alten vorherrschten.

Die mikrobiellen Bewohner unterschiedlicher Häuser unterscheiden sich zum Teil deutlich voneinander, berichten US-Forscher im Fachmagazin “Science”. Sie untersuchen die bakterielle Besiedlung von Häusern unter anderem deshalb, um mehr über deren Einfluss auf die menschliche Gesundheit herauszufinden.

Zehn Häuser, sieben Familien, drei Hunde, eine Katze

Simon Lax von der University of Chicago (Chicago/US-Staat Illinois) und seine Mitarbeiter hatten insgesamt zehn Häuser, sieben Familien, drei Hunde und eine Katze in ihre Studie eingeschlossen. Über sechs Wochen nahmen sie regelmäßig Proben - von Türklinken oder Lichtschaltern, vom Küchenfußboden, von Händen, Füßen oder der Nase zum Beispiel. Dann identifizierten sie unterschiedliche Gruppen von Bakterien anhand ihrer genetischen Signatur.

Die Analyse der Daten zeigte, dass der Mensch seiner Umwelt einen “bakteriellen Stempel” aufdrückt - und nicht etwa umgekehrt. An Türklinken oder Lichtschaltern fanden sich die gleichen Bakterien wie an der Hand der Bewohner. Die Spuren verblassen in der Umgebung allerdings rasch: War ein Bewohner nur für wenige Tage abwesend, nahm die Menge “seiner” mikrobiellen Begleiter schnell ab.

“Mit dieser Untersuchung wollen wir herausfinden, woher die Bakterien kommen, die unserer Leben beeinflussen”, erläutert Studienleiter Jack Gilbert von der University of Chicago in einem Video. Es sei bekannt, dass einige Bakterien das Gewicht beeinflussen, andere die neurologische Entwicklung.

Leben in bebauter Umgebung

Über die Charakterisierung der Bakterien könne man die dynamischen Interaktionen zwischen Menschen und ihrer Umgebung entschlüsseln. “Das ist unser Ökosystem”, sagt Gilbert. “Der Löwe mag in der Savanne leben. Aber wir leben in einer bebauten Umgebung und diese bebaute Umgebung bildet den essenziellen Boden, um die menschliche Gesundheit im 21. Jahrhundert zu verstehen.”

Im Jahr 2012 hatten Wissenschaftler des Human Microbiome Project (HMP) erste Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung der menschlichen Bakterienvielfalt vorgestellt. Demnach leben vermutlich mehr als 10.000 verschiedene Bakterien im und am Menschen - weit mehr als zuvor vermutet, berichteten die beteiligten Forscher damals. Art und Anzahl dieser Mitbewohner unterscheide sich sowohl von Mensch zu Mensch als auch von Körperregion zu Körperregion erheblich. Trotz der Unterschiede erfüllen die Mikroorganismen bei jedem Mensch dieselben Aufgaben.

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