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Zahl der Hungernden geht weltweit zurück

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Baku, 13. Oktober (AZERTAG). Die Zahl der Hungernden geht weltweit zurück. Als unterernährt gelten zwar immer noch etwa 805 Millionen Menschen. Im Vorjahr hatte die Zahl der chronisch Unterernährten allerdings noch bei 842 Millionen gelegen. Die Welthungerhilfe wies bei der Vorstellung des Welthunger-Index 2014 darauf hin, dass das Problem seit 1990 kontinuierlich zurückgegangen sei, und zwar insgesamt um 39 Prozent.

Einige Konfliktregionen und afrikanische Staaten mit sehr hohen HIV-Infektionsraten sind von diesem positiven Trend jedoch ausgenommen. Auf der Verliererseite listet der aktuelle Index den Irak, Swasiland, die Komoren und Burundi auf. Zu den Gewinnern zählen unter anderem Panama, Ägypten, Thailand, Ghana, Mexiko und Vietnam. In Swasiland geht die schwierige Lage nach Ansicht der Experten vor allem auf die extreme Verbreitung von HIV zurück. In dem kleinen Land im südlichen Afrika ist jeder vierte Erwachsene mit dem Virus infiziert, die Infektionsrate ist höher als in jedem anderen Land. In den Ebola-Ländern gibt es derzeit weder Anbau noch Handel mit Nahrungsmitteln.

Burundi wiederum finde nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg erst langsam zu Frieden und politischer Stabilität zurück. Im Irak, der wegen seiner Ölquellen ein potenziell reiches Land ist, wächst der Hunger vor allem wegen der andauernden Gewalt und des Zustroms syrischer Flüchtlinge. Auch kritisieren die Experten die Qualität der Grundversorgung in dem arabischen Land, in dem ein großer Teil des Wirtschaftslebens staatlich kontrolliert ist. Seit 1990 - dem Jahr der irakischen Invasion in Kuwait - hat sich der Anteil unterernährter Menschen in der irakischen Bevölkerung der Welthungerhilfe zufolge mehr als verdoppelt.

Ihren Schwerpunkt legte die Welthungerhilfe in ihrem Bericht für 2014 auf die Mangelernährung, den sogenannten „verborgenen Hunger“. Diese Art der Unterernährung, bei der zu wenig Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden, um ein gesundes Leben zu führen, betrifft nach Schätzungen der Hilfsorganisation mehr als zwei Milliarden Menschen. Hauptfaktor für diese Form der Mangelernährung, die zu einer erhöhten Kindersterblichkeit und einem geschwächten Immunsystem führt, sei vor allem Armut. Große Bedeutung messen die Experten aber auch dem Bildungsgrad von Frauen bei, der Studien zufolge oft darüber entscheidet, ob eine Familie auf nährstoffreiche Ernährung achtet.

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