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Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan steigt

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Baku, den 31. Juli (AZERTAG). In Afghanistan sind bis Ende Juni 1319 Zivilisten getötet worden - das sind 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Mission der Vereinten Nationen Unama am Mittwoch in Kabul mit. 2533 Unbeteiligte seien verletzt worden. Dies ist ein Plus von 28 Prozent. Unamas Menschenrechtsdirektorin Georgette Gagnon nannte die stark gestiegene Zahl der Opfer unter Frauen und Kinder „besonders beunruhigend“. Report der Uno-Organisation führt dazu folgende Zahlen auf:

106 Frauen wurden getötet und 241 verletzt. Das ist ein Anstieg um 61 Prozent. Die meisten der weiblichen Opfer sind bei Bodengefechten ins Kreuzfeuer geraten. 231 Kinder kamen vor allem bei der Explosion von Sprengsätzen ums Leben, 529 wurden verletzt - 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch zivile Regierungsmitarbeiter werden häufiger Opfer von gezielten Attentaten - sie hatten 76 Prozent mehr Opfer zu beklagen. Bei 103 solchen Angriffen wurden 114 Menschen getötet und 324 verletzt.

Der Unama-Bericht macht zudem Angaben zu den Tätern:

Für einen Großteil der Toten und Verletzten, nämlich 74 Prozent, macht der Report Aufständische wie die Taliban verantwortlich. In neun Prozent der Fälle seien die ausländischen und afghanischen Sicherheitskräfte verantwortlich. Zwölf Prozent seien bei Gefechten zwischen die Konfliktparteien geraten. Der Rest habe nicht eindeutig zugeordnet werden können.

Die Internationale Schutztruppe Isaf wertete den Uno-Report als Beleg dafür, dass die Taliban keinen Respekt vor menschlichem Leben und für den Schutz von Zivilisten zeigten. Die Taliban nannten den Bericht dagegen „unausgewogen“. In einer Mitteilung der Aufständischen hieß es, die Uno-Mission erstelle ihre Berichte nach Vorgaben der US-Botschaft in Kabul.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der zivilen Opfer in Afghanistan erstmals seit Beginn der Erhebung 2007 zurückgegangen. Über das gesamte Jahr hinweg waren 2754 Zivilisten getötet worden - zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten war leicht auf 4805 gestiegen.

Armee braucht auch nach Abzug 2014 Hilfe, dass die afghanischen Sicherheitskräfte die Führung im Land übernehmen - seitdem hat die Anzahl der Attentate noch einmal zugenommen.

Die USA und ihre Nato-Verbündeten haben mit der afghanischen Regierung vereinbart, dass bis Ende kommenden Jahres alle Kampftruppen das Land am Hindukusch verlassen sollen. Derzeit sind noch etwa 68.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert. Die Hälfte davon soll bis Februar 2014 abziehen. Bisher hatten Washington und Kabul geplant, nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes einige tausend US-Soldaten zur Ausbildung und Unterstützung der afghanischen Sicherheitskräfte im Land zu lassen.

Die zunehmende Gewalt weckt Zweifel an der Fähigkeit der einheimischen Streitkräfte, die Sicherheit nach dem Abzug der ausländischen Soldaten im kommenden Jahr zu gewährleisten.

Nach Überzeugung des Pentagon wird die afghanische Armee auch nach dem Abzug der US-Truppen weiter auf internationale Hilfe angewiesen sein. Im Kampf gegen die Taliban werde die Armee „substanzielles Training, Beratung und Unterstützung“ sowie Geld brauchen, heißt es in einem am Dienstag im US-Kongress vorgestellten Halbjahresbericht des Verteidigungsministeriums zu Afghanistan.

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