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Zahlreiche Menschen in Frachtcontainer entdeckt

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Baku, den 17. August (AZERTAG). Arbeiter im Hafen von Tilbury in der englischen Grafschaft Essex machten die Entdeckung beim Entladen eines Schiffes. Sie fanden einen Frachtcontainer, in dem zahlreiche Menschen ins Land geschmuggelt werden sollten. 35 Personen, darunter auch Kinder, waren darin auf engstem Raum zusammengepfercht - einer von ihnen war bereits tot.

Der Container war nach ersten Ermittlungen am Freitagabend im belgischen Seebrügge auf eine Übernacht-Fähre geladen worden. Das Frachtschiff mit 64 Containern und weiterer Ladung an Bord traf am Samstagmorgen in Tilbury im Südosten Englands ein. Beim Entladen hätten Hafenarbeiter ein Klopfen gehört, hieß es. Darin fanden sie die ausgemergelten Menschen und verständigten die Polizei.

Einige der blinden Passagiere hätten „schwere gesundheitliche Probleme“, berichtet die BBC unter Berufung auf die Polizei. Viele der mutmaßlichen Flüchtlinge seien stark dehydriert und unterkühlt gewesen, sagte ein Sprecher der örtlichen Rettungskräfte britischen Medien zufolge. Nach einer medizinischen Erstversorgung seien alle Betroffenen in drei umliegende Krankenhäuser gebracht worden, berichtet die Nachrichtenagentur PA. Dem britischen Guardian zufolge war jedoch keiner der Überlebenden in einem lebensgefährlichen Zustand.

Woher der Container stammt und wem er gehört, war zunächst unklar. Nach PA-Angaben versucht die Polizei derzeit, die Nationalität der Menschen zu klären; möglicherweise stammen sie aus Indien. In den vergangenen Jahren sind immer wieder Menschen bei der Flucht in Containern erstickt, erfroren, verdurstet oder verhungert.

Mehr und mehr Menschen machen sich auf eine oft gefährliche Reise nach Europa - sie sind auf der Flucht vor Krieg, Gewalt und Armut in ihren Heimatländern. Viele Flüchtlinge stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, auch aus Eritrea kamen zahlreiche Menschen.

An Italiens Küsten sind in den vergangenen Tagen fast 1500 Flüchtlinge aufgegriffen worden, die mit Booten das Gebiet der EU erreichen wollten. Zwei Männer seien ums Leben gekommen, teilte das Innenministerium am Freitag in Rom mit. Damit sind in diesem Jahr mehr als 100 000 Menschen von Nordafrika aus nach Italien geflohen - meist in kaum seetüchtigen Booten. Innenminister Angelino Alfano bekräftigte die Position seiner Regierung, dass die Kontrolle der Seegebiete und die Rettung der Flüchtlinge rasch von der Europäischen Union als Ganzes übernommen werden müsse.

Anfang der Woche erreichte auch Spanien ein großer Ansturm afrikanischer Flüchtlinge, mehr als 1200 erreichten über die Meerenge von Gibraltar EU-Gebiet. Nach Informationen der New York Times waren es am Montag und Dienstag mehr als im ganzen Jahr zuvor - die vielen Menschen mussten in Sporthallen untergebracht werden. An diesen beiden Tagen patrouillierte - anders als sonst - die marokkanische Küstenwache offenbar nicht. Hunderte Flüchtlinge versuchen täglich über den Seeweg oder über die abgesperrten Grenzen der spanischen Exklaven Melilla und Ceuta von Marokko aus in die EU zu gelangen.

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