GESELLSCHAFT


Zwei Millionen Tote durch Rauchen - pro Jahr

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Baku, 13. Oktober, AZERTAC

Zwei Drittel der jungen Männer in China greifen regelmäßig zur Zigarette - mit schwerwiegenden Folgen. Bereits 2030 könnten doppelt so viele Menschen an den Folgen des Rauchens sterben wie 2010.

In China wird sich Wissenschaftlern zufolge die Zahl der Todesfälle durch Rauchen bis zum Jahr 2030 verdoppeln. Etwa zwei Millionen Chinesen würden dann pro Jahr an den Folgen des Rauchens sterben und damit doppelt so viele wie 2010, berichten Forscher im medizinischen Fachblatt „The Lancet“.

Die Wissenschaftler stützten sich auf Daten aus zwei landesweiten Studien aus den Neunzigerjahren und ab 2006, die insgesamt etwa 730.000 Chinesen umfassten. Diese hatten gezeigt, dass immer mehr junge Männer zur Zigarette greifen. In ihren Berechnungen gehen die Forscher davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzt.

„Etwa zwei Drittel der jungen chinesischen Männer werden zu Zigarettenrauchern, und die meisten beginnen damit, bevor sie 20 Jahre alt sind“, schreiben die Wissenschaftler. Wenn die jungen Raucher ihr Laster nicht aufgeben, werde rund die Hälfte von ihnen dadurch sterben.

Drei Millionen Tote im Jahr 2050 - Für die Gesamtbevölkerung heißt das: Greifen weiter immer mehr junge Chinesen zur Zigarette, wird langfristig jeder dritte Mann an Tabakrauch sterben. Die Zahl der Todesfälle jährlich durch Rauchen würde den Wissenschaftlern zufolge dann von einer Million im Jahr 2010 auf rund zwei Millionen im Jahr 2030 und drei Millionen im Jahr 2050 steigen.

Frauen seien weniger betroffen, weil sie seltener rauchten. Unter den Tabak-Toten des Jahres 2010 waren 840.000 Männer und 130.000 Frauen.

Es gibt aber auch einen positiven Trend: Der Anteil der Raucher, die ihr Laster wieder aufgaben, stieg zwischen 1991 und 2006 von drei auf neun Prozent.

Die ehemaligen Raucher haben gute Chancen, länger zu leben: Wer in den ausgewerteten Studien mit dem Rauchen aufhörte, bevor er bereits in Folge des Tabakkonsums erkrankt war, hatte nach rund zehn Jahren dasselbe Krankheitsrisiko wie Menschen, die nie in ihrem Leben geraucht hatten, berichten die Forscher.

In China leben etwa 1,4 Milliarden Menschen, mehr als ein Drittel aller Zigaretten weltweit werden dort geraucht. Um dem Trend entgegenzuwirken, plädierten die Wissenschaftler für Kampagnen gegen das Rauchen.

Noch immer seien Irrglauben und Fehlinformation im Blick auf das Rauchen in China weit verbreitet, schreiben Jeffrey Koplan von der Emory University in Atlanta und Michael Eriksen von der Georgia State University in einem Begleitartikel. Dadurch kämen Informationen über die Risiken oft nicht bei der Bevölkerung an.

So gebe es etwa den Mythos, dass Rauchen für die chinesische Bevölkerung aufgrund einer biologischen Besonderheit der Asiaten weniger schädlich sei. Zudem gingen viele Menschen davon aus, dass es einfach sei, wieder aufzuhören, und Tabakkonsum ein Teil der chinesischen Tradition ist. „Die Studie zeigt klar die schweren gesundheitlichen Folgen des Rauchens bei chinesischen Männern.“

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