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Zwei russische Kosmonauten die Olympische Fackel ins All getragen

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Baku, den 11. November (AZERTAG). Großer PR-Auftritt vor den Winterspielen in Sotschi. Zum Auftakt eines „Fackellaufs der Superlative“ haben zwei russische Kosmonauten die Olympische Fackel ins All getragen. Einziger Makel: die fehlende Flamme.

Um 15.34 Uhr war es soweit: Sergej Rjasanski und Oleg Kotow krabbelten in 400 Kilometer Höhe aus der Raumstation ISS. In der Hand die Olympische Fackel, mit der am 7. Februar 2014 das Feuer bei den Winterspielen in Sotschi entfacht werden soll.

Eine Live-Übertragung im russischen Fernsehen zeigte, wie Kotow die futuristisch aussehende Fackel in der linken Hand trägt und Rjasanski ihn mit einer Hightech-Kamera bei der Aktion filmt. Die beiden Raumfahrer unterhalten sich entspannt, geben sich gegenseitig Anweisungen, versuchen die Fackel vorteilhaft ins Bild zu setzen.

Sieben ISS-Besatzungsmitglieder aus Russland, Italien, Japan und den USA sicherten die beiden Ausflügler ab, die insgesamt sechs Stunden im All bleiben und gleichzeitig Arbeiten an der Außenwand der Station ausführen sollten.

Eine Spezialabsicherung sorgte dafür, dass die zwei Kilogramm schwere Fackel nicht entschwebte. Zwar wurde die Flamme wegen des Sauerstoffmangels im All und allgemeiner Sicherheitsbedenken nicht entzündet. Der Symbolwert der Aktion ist aber nicht zu unterschätzen. Russland, in dem legendäre Kosmonauten wie Juri Gagarin noch immer als Helden verehrt werden, präsentierte sich als stolze Weltraumnation. „Die Olympische Fackel im Weltall - dazu sind nur wir fähig“, prahlte ein russischer TV-Moderator im Vorfeld.

„Wir werden alles so einrichten, dass sich ein wunderschönes Bild ergibt, dass das ganze Land und die ganze Welt die Fackel sehen“, hatte Kotow angekündigt. Es war der vierte Außeneinsatz des 48-Jährigen, Kollege Rjasanski, 38, war das erste Mal auf Weltraumspaziergang.

Die Aktion ist Teil eines „Fackellaufs der Superlative“. Geplant sind noch Stationen auf dem Grund des Baikalsees in Sibirien sowie auf dem Gipfel des Elbrus im Kaukasus-Gebirge. Seit dem Start des Fackellaufs am 7. Oktober in Moskau ist das Olympische Feuer schon mehrmals erloschen.

Auf dem Weg zur Eröffnungsfeier in der Schwarzmeer-Stadt Sotschi soll die Flamme über 65.000 Kilometer transportiert werden. Unter anderem war sie bereits am Nordpol. Kritiker werfen dem Organisationskomitee Gigantismus vor.

Am Donnerstag war eine russische Sojus-Rakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur mit dem russischen Kosmonauten Michail Tjurin, Nasa-Astronaut Richard Mastracchino und dem japanischen Raumfahrer Kochi Wakata in Richtung ISS gestartet. Schon an diesem Montag soll die Fackel zur Erde zurückkehren, wo sie dann Vertretern der Winterspiele übergeben werden soll.

Olympische Fackeln waren bereits vor den Spielen 1996 und 2000 im All, wurden allerdings nicht in den freien Weltraum getragen.

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