Eine unsichtbare Revolution für das Internet
Baku, den 5. Juni (AZERTAG).Am 6. Juni werden Google, Facebook und Microsoft ihre Webseiten über ein neues Verfahren ausliefern. Die „IPv6-Technik“ soll die Expansion des Internets ermöglichen - weckt aber auch Befürchtungen.
Seit Jahren bereiten Politik und Wirtschaft die Umstellung auf ein neues Internet-Protokoll vor. Getan hat sich bisher nur wenig: Mehr als 99 Prozent der Datenmenge werden nicht über IPv6 (Internet-Protokoll, Version 6), sondern nach dem veralteten Standard IPv4 transportiert. Dessen Problem: Die damit möglichen 4,3 Milliarden IP-Adressen, also Hausnummern für jedes ans Internet angeschlossene Gerät, sind erschöpft.
Ein Aktionstag am Mittwoch, der World IPv6 Launch Day, soll die Umstellung vorantreiben. Mehr als 1400 Unternehmen in aller Welt, darunter auch Google, Facebook und Microsoft, wollen an diesem Tag ihre Webseiten so auf den neuen Standard umstellen, dass sie mit beiden IP-Versionen erreichbar sind.
Beim deutschen Internet-Austauschknoten DE-CIX in Frankfurt am Main wird zurzeit nicht einmal ein Prozent des Datenverkehrs über IPv6 abgewickelt. „Ich schätze, dass wir bis zum Jahresende zehn Prozent schaffen - unter der Voraussetzung, dass die Endkundennetze auch in dem Ausmaß umgestellt werden, wie es angekündigt ist“, sagt der IPv6-Experte beim DE-CIX in Frankfurt am Main, Gert Döring. „Einige amerikanische Provider legen jetzt los, das wird einen gewissen Sog erzeugen.“