Facebook will Zugang zu seinen Daten verkaufen
Baku, den 3. Oktober (AZERTAG). Das soziale Netzwerk Facebook experimentiert mit neuen, innovativen Werbeformen. Dabei beschreitet das Management einen recht schmalen Grat zwischen Datenschutz und Kommerz.
Facebook experimentiert mal wieder. Dieses Mal geht es um neue Wege, wie das soziale Netzwerk möglichst viel Kapital aus seinem größten Schatz ziehen kann: den persönlichen Daten seiner etwa 900 Millionen Nutzer. Die Strategie: Das Unternehmen will den Zugang zu diesen Daten verkaufen. Es wird vermutlich nicht lange dauern, bis die Datenschützer auf den Plan treten.
Um die Effektivität seiner Anzeigen zu steigern, erlaubt Facebook Verkäufern seit ein paar Monaten, Nutzern anhand von Telefonnummern und Mail-Adressen, die auf ihrem Profil hinterlegt sind, und aufgrund ihres Surfverhaltens im Internet, bestimmte Werbeeinblendungen anzuzeigen. Das Unternehmen hat außerdem begonnen, Anzeigen zu verkaufen, die Facebook-Nutzer über die Grenzen des sozialen Netzwerkes hinaus begleiten.
Daten mit Kaufverhalten in echten Geschäften verbunden- Was Verfechter der Privatsphäre besonders wurmt. Facebook verwendet die Daten, um die Verbindungen zwischen Werbeeinblendungen und Kaufverhalten der Nutzer in echten Geschäften und Shopping-Centern zu studieren. Damit will das Unternehmen Werbefachleute von der Effektivität seines jährlich 3,7 Milliarden US-Dollar schweren Anzeigengeschäftes überzeugen.
Facebook schweigt sich darüber aus, welche Werbekunden an den Untersuchungen teilnehmen. Grundsätzlich läuft es folgendermaßen ab. Das soziale Netzwerk sagt einem Anzeigenkunden - zum Beispiel einem Haarshampoo-Hersteller - in welchem Umfang die Verkaufszahlen in bestimmten Geschäften durch das Betrachten einer Werbeeinblendung ansteigen.
Hintergrund dieser Bemühungen, die tatsächlich schon ein wenig Erfolg zeigen. Facebook steht immer stärker unter Druck durch Investoren. Sie fordern, dass das Netzwerk zu einem großen Spieler auf dem digitalen Werbemarkt aufsteigt.