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FIA-Präsident unterstützt neue Ansätze für die Formel 1

Baku, 18. Juni, AZERTAC

"Eine Situation wie diese bietet Möglichkeiten", sagt Jean Todt als Präsident des Automobil-Weltverbands (FIA). Er meint: Eine solche Chance müsse man nutzen, zum Beispiel in der Formel 1. Doch Vorschläge für kürzere Sprintrennen oder die umgedrehte Startaufstellung wurden abgelehnt. Bleibt damit einfach alles beim Alten in der Grand-Prix-Szenerie?

Geht es nach FIA-Präsident Todt, dann sollte die Coronavirus-bedingte Gelegenheit, etwas Neues zu probieren, nicht einfach verstreichen. Die Ablehnung der bisherigen Ansätze jedenfalls "bedeutet nicht, dass wir nicht versuchen, andere innovative Ideen zu finden", so der frühere Formel-1-Teamchef im "Corriere della Sera". Mehr will er nicht verraten: "Lasst uns einfach mal machen."

Haas-Teamchef Günther Steiner denkt ähnlich wie Todt und meint: Die Formel 1 hat eine Chance verpasst, ihr Wochenendformat zu überarbeiten oder zumindest Alternativen zu erproben. "Wir hatten ja noch nie zuvor zwei Rennen direkt hintereinander am gleichen Ort", so Steiner im Gespräch mit "Motorsport-Total.com".

Probieren schadet nicht, findet Steiner - Er hätte deshalb gerne zum Beispiel eine umgedrehte Startaufstellung ausprobiert, nur, "um zu sehen, wie das funktioniert", erklärt er. "Dann hätte man immer noch entscheiden können, ob es ein Gimmick ist, ob man es mag oder nicht."

"Wenn es sich als gut erweist, dann könnte man es bei normalen Rennen einführen. Wenn nicht, dann weg damit", sagt Steiner. Ein etwaiger Schaden für die Formel 1 sei durch einen Versuch nicht zu befürchten: "Wir werden in Zukunft [nach 2020] ohnehin nicht zwei Rennen [direkt hintereinander auf der gleichen Strecke] fahren."

"Ich jedenfalls bin immer dazu bereit, etwas auszuprobieren", meint Steiner und fügt hinzu: "Du musst dann aber auch die Größe haben, dir einzugestehen, das etwas vielleicht nicht funktioniert. Dann darf man nicht einfach auf stur stellen und sagen, man macht das jetzt [trotzdem], nur um Recht zu behalten."

In der Formel 1 scheiterten die jüngsten Vorstöße an Mercedes. Die Sternmarke sperrte sich gegen Qualifyingrennen mit umgedrehter Startaufstellung - aus Sorge, diese Änderung könnte Mercedes' Chancen auf einen weiteren WM-Triumph gefährden.

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