WELT


Goldpreis neues Allzeithoch erreicht

Baku, 15. April, AZERTAC

Der Goldpreis hat seinen Höhenflug im Zuge der Coronakrise nach den Osterfeiertagen fortgesetzt. Am Dienstag wurde die Feinunze (31,1 Gramm) an der Börse in London bei rund 1728 Dollar gehandelt. Das ist der höchste Preis seit Ende 2012.

Seit Beginn des Monats hat sich das Edelmetall um etwa zehn Prozent verteuert. Nach Einschätzung von Experten sorgen zahlreiche Notmaßnahmen im Kampf gegen die Folgen der Virus-Pandemie und immer höhere Schuldenberge für eine starke Nachfrage nach Gold, das an den Finanzmärkten als sicherer Anlagehafen geschätzt wird.

In Euro gerechnet, stieg die Notierung am Dienstagvormittag auf knapp 1582 Euro und damit so hoch wie noch nie. Nach Einschätzung des Edelmetallhändlers Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus profitierte das Edelmetall von seinem Status als sicherer Anlagehafen. "Die Verunsicherung der Investoren ist weiterhin groß", sagte Zumpfe. Noch seien die Auswirkungen der Coronakrise für die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft nicht abzuschätzen.

Am Markt wird darüber hinaus auf die Geldflut führender Notenbanken im Kampf gegen die Folgen der Virus-Krise verwiesen. Mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik und milliardenschweren Wertpapierkäufen versuchen die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank den Einbruch der Konjunktur abzufedern. Das drückt tendenziell auf die Zinsen etwa von Staatspapieren, wodurch zinslose Geldanlagen wie Gold im Vergleich attraktiver werden.

Goldhändler Zumpfe verwies aber auch auf Risiken für die weitere Entwicklung am Goldmarkt: "Nach dem rasanten Anstieg der vergangenen Tage wird der Goldpreis auch zunehmend anfällig für vorübergehende Korrekturen", warnte er.

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