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Indonesien: Zahl der Toten übersteigt 400 Menschen nach zwei schweren Erdbeben und einem darauf folgenden Tsunami

Baku, 29. September, AZERTAC

Nach zwei schweren Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi und einem darauf folgenden Tsunami steigt die Zahl der Toten. Nach neuesten Angaben des Katastrophenschutzes vom Samstag kamen mehr als 380 Menschen ums Leben. Mindestens 29 Menschen werden noch vermisst. Zudem gibt es mehr als 500 Verletzte. Zuvor war von mindestens 48 Toten die Rede. Die Zahlen stammen bisher nur aus der Küstenstadt Palu. Betroffen sind aber auch zahlreiche andere Gemeinden entlang von Sulawesis Westküste. Auch Kommunikations- und Verkehrsverbindungen sind beschädigt. Deshalb wird es möglicherweise noch Tage dauern, bis das genaue Ausmass der Katastrophe klar wird. Noch immer erschüttern Nachbeben die Insel.

Über die Uferpromenade der 350 000-Einwohner-Stadt Palu war am Freitag eine hohe Welle hereingebrochen, die durch das Erdbeben ausgelöst worden war. Nach Angaben der Behörden riss sie Dutzende Häuser mit. Viele Anwohner gerieten in Panik. Auch eine Shopping Mall und eine Moschee nahmen schweren Schaden. Der Flughafen von Palu wurde geschlossen. Nur Helikopter dürfen landen. Betroffen waren auch andere Ortschaften auf Sulawesi, einer der grössten indonesischen Inseln.

Das Beben, das sich gegen 18.00 Uhr Ortszeit (13.00 Uhr MESZ) ereignete, hatte nach neuesten Behördenangaben eine Stärke von 7,4. Zuvor war sie mit 7,7 angegeben worden. Das Epizentrum lag in rund zehn Kilometern Tiefe, etwa 80 Kilometer nördlich von Palu. Zuvor hatte schon ein Beben der Stärke 5,9 die Insel erschüttert. Dabei kam mindestens ein Mensch ums Leben. Mehrere Häuser wurden zerstört.

Behörden hatten Schwierigkeiten, die Rettungsbemühungen zu koordinieren, da das Beben einen Stromausfall verursachte, der die Kommunikation um Palu und das nahe gelegene Fischerdorf Donggala, das dem 27 km entfernten Epizentrum des Bebens am nächsten war, unterbrach. Die nationale Katastrophenschutzbehörde bestätigte zunächst bloss vage, dass «mehrere Menschen» in den Trümmern ihrer Häuser umgekommen seien.

Indonesien – mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten – liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder. Bei mehreren Erdstössen auf der bei Touristen beliebten Insel Lombok, der Nachbarinsel von Bali, kamen im Sommer mehr als 500 Menschen ums Leben. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit.

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