GESELLSCHAFT


Nasa will Privatleute ins All schicken

Baku, 8. Juni, AZERTAC

Weltraumtouristen sollen nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa ab 2020 wieder auf die Internationale Raumstation ISS fliegen können. Missionen von bis zu 30 Tagen sollen möglich sein, kündigte Nasa-Finanzvorstand Jeff DeWit am Freitag in New York an.

Der Plan "ermöglicht die Nutzung staatlicher Ressourcen für kommerzielle Aktivitäten und schafft die Möglichkeit für private Astronauten-Missionen" zur Raumstation sowie im erdnahen Orbit, so die Nasa. Ziel sei, eine "solide Raumfahrt-Wirtschaft" aufzubauen. Der erste von mehreren Weltraumtouristen auf der ISS, der amerikanische Multimillionär Dennis Tito, war 2001 ins All geflogen.

Die Nasa wolle bis zu "zwei kurze Missionen pro Jahr für Privat-Astronauten" genehmigen, erklärte die für die ISS zuständige Nasa-Vertreterin Robyn Gatens. Bis zu einem Dutzend Weltraumtouristen könnten demnach jährlich an Bord der ISS kommen.

Kosten in Höhe von rund 31.000 Euro pro Tag - Den Hinflug sollen zwei Anbieter übernehmen, die derzeit Raumkapseln für die Nasa entwickeln: das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk und der US-Flugzeugbauer Boeing. Die beiden Unternehmen sollen auch die Weltraumtouristen auswählen. Hin- und Rückflug sollen rund 58 Millionen Dollar (rund 51,5 Millionen Euro) kosten. Für das Leben an Bord der Raumstation müssen die Urlauber laut DeWitt rund 35.000 Dollar (rund 31.000 Euro) täglich bezahlen.

Der Vorstoß, wieder Touristen auf die ISS zu bringen, ist nicht neu. Bereits im Februar 2019 hatte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mitgeteilt, die ISS für den Besuch von zwei Touristen öffnen zu wollen. Als Starttermin wurde Ende 2021 genannt. Den Angaben zufolge hat Roskosmos bereits einen Vertrag mit dem auf Weltraumtourismus spezialisierten US-Unternehmen Space Adventures abgeschlossen.

Dass Nasa und Roskosmos ausgerechnet in den kommenden Jahren wieder Touristen auf die ISS lassen wollen, hängt auch damit zusammen, dass Russland aus Kostengründen seine Besatzungsstärke von drei auf zwei reduziert hat. Dadurch gibt es immer wieder mal einen freien Sitz in einer Sojus-Kapsel.

Die ISS fliegt seit 1998 in etwa 400 Kilometern Höhe um die Erde. Seither gab es nach Angaben der Nasa ungefähr 150 Besucher. Die meisten waren professionelle Astronauten, nur sieben Menschen kamen als Touristen ins All.

Zuletzt war der in Ungarn geborene Amerikaner Charles Simonyi 2009 als Tourist auf der Station. Weltraumtouristen bleiben meist deutlich kürzer auf der ISS als professionelle Astronauten - meist zwischen ein und zwei Wochen.

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