SPORT


So ist es wirklich in Katars WM-Wüste

Baku, den 7. Dezember (AZERTAG). Vergangene Woche vergab die Fifa die WM 2022 an den kleinen Wüstenstaat Katar. Korruption und Mauschelei soll im Spiel gewesen sein.

Katar – ein Land mit extremen Sommer-Temperaturen von durchschnittlich 40 Grad. Ein Land mit ganz viel Sand. Und ganz wenig Fußball-Tradition.

Die WM 2022 – eine KATARstrophe für den Fußball. Aber auch ein Abenteuer in einem exotischen Staat.

„Die Welt täuscht sich komplett in Katar“. Diesen Satz sagt kein Einheimischer, sondern ein Deutscher. Andreas Bleicher arbeitet als „Direktor für internationale Beziehungen“ für die ASPIRE-Akademie, eine Sport-Eliteschmiede für derzeit 240 Studenten in der Hauptstadt Doha. Über diesen Job wurde er Mitglied der katarischen WM-Kommission.

Es sind vor allem Kleinigkeiten, die sofort auffallen und über die man schmunzeln muss. Das beginnt schon bei den Straßenschildern. Eines zeigt eine verschleierte Frau, wie sie über einen Zebrastreifen geht. Es gibt Verbotsschilder für Kamele auf der Autobahn.

Das Staunen geht weiter an der Tankstelle. Ein Liter Benzin kostet etwas weniger als 1 Rial (so heißt die Währung in Katar) – das sind umgerechnet gerade mal 16 Cent! Ein Paradies...

In den Hotels stehen Weihnachtsbäume und meterhohe Lebkuchenhäuser. Das islamische Land zeigt keine Berührungsängste mit fremden Kulturen. 8,5 Prozent Christen leben in Katar. 77,5 der Bevölkerung sind Muslime.

Bis 2008 spielte Hollands Ex-Nationalspieler Ronald de Boer (40) in Katar. Jetzt arbeitet er in Doha als Berater für die Liga. De Boer: „Für die WM wird Katar den Turboboost drücken.“

Umgerechnet 22,5 Milliarden Euro werden in den Bau einer Metro gesteckt. Mehr als 14 Milliarden in einen neuen Flughafen.

Drei Stadien werden modernisiert, neun neue gebaut. Alle klimatisiert, damit es auf dem Platz und den Rängen nie wärmer als 27 Grad wird. Dafür sind weitere knapp vier Milliarden Euro vorgesehen.

Fußball in Katar ein billiges Vergnügen! Bis vor drei Jahren kostete der Besuch eines Fußballspiels nicht einmal Eintritt. Inzwischen zahlt man zwei Euro für ein einfaches Ticket, ein VIP-Ticket inklusive frischgepresstem Kiwi-Saft und Gebäck kostet zehn Euro.

„Für Fußball zu bezahlen, müssen die Leute erst mal lernen“, sagt Gerland Fritz, Marketing-Manager der Qatar Stars League, der Bundesliga des Wüstenstaats. Zwölf Mannschaften spielen hier.

Um mehr Besucher ins Stadion zu locken, wurde gerade ein Bonus-Programm eingeführt. Für jeden Stadionbesuch bekommt man Punkte. Die kann man dann später in Handys oder Freiflüge einlösen.

Ob die WM 2022 ein Fußball-Fest wird? Sie wird auf jeden Fall anders. Und sicher auch unvergesslich.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden
Wenn Sie einen Fehler im Text finden, markieren Sie ihn durch drücken der Tasten ctrl+enter und senden Sie ihn uns

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind