Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Ekel-Therapie

Baku, den 29. Dezember (AZERTAG). Hier wird natürliche Heilkunde sehr lebendig. Bei der Blutegel- oder Maden-Behandlung dienen Tiere der Gesundheit.

Wer echte Naturmedizin kennenlernen will, braucht starke Nerven und einen stabilen Magen. Denn es geht um Maden, die in einer offenen Wunde herumkriechen. Oder um Egel, die auf der Haut sitzen und Blut saugen. Wer ekelt sich bei dem Gedanken an solche Therapiemethoden nicht? Sie muten archaisch an - und doch deuten Forschungen darauf hin, dass die kleinen Tiere in einigen Fällen tatsächlich helfen können.

Die Anwendung von Blutegeln erwähnte schon der griechische Arzt Galen vor mehr als 1800 Jahren. Sie anzusetzen war eine spezielle Form des Aderlasses, die bei Leiden wie Rheuma, Krämpfen und sogar Geisteskrankheit helfen sollte. Bis ins 18. und 19. Jahrhundert war die Nachfrage nach Blutegeln groß, doch allmählich verschwand der Ringelwurm aus der Medizin.

Jetzt ist er wieder da, zum Beispiel in der Rekonstruktiven Chirurgie. Wenn Ärzte Körperteile wie abgetrennte Finger wieder annähen oder größere Gewebestücke verpflanzen müssen, etwa nach einem Unfall oder im Zuge einer Krebstherapie, kann es passieren, dass mehr Blut in den Bereich strömt, als abtransportiert wird. Schlimmstenfalls stirbt das Gewebe ab. Hier sind die Egel gefragt: Die Tiere saugen das überschüssige Blut aus dem transplantierten Gewebe und können dieses dadurch am Leben erhalten, bis neue Blutgefäße gewachsen sind, die wieder ein Gleichgewicht aus Zu- und Abstrom herstellen.

Die Patienten spüren davon nicht viel. Weil der Blutegel - Lateinisch: Hirudo medicinalis - rund eine Stunde ungestört bleiben muss, um sich vollzusaugen, betäubt er die Bissstelle mit schmerzstillenden Substanzen aus seinem Speichel. Mit Gerinnungshemmern sorgt er dafür, dass das Blut stetig weiterfließt. Auch antientzündliche Substanzen finden sich in seinem Speichel - alle in einer Konzentration, die beim Menschen nicht nur an der Bissstelle wirken können, sondern vermutlich im ganzen Körper, das zeigten kürzlich Forscher der Universität Greifswald.

Jeder Blutegel wird nur ein einziges Mal eingesetzt“ - Die medizinisch eingesetzten Blutegel stammen aus speziellen Zuchten und werden streng kontrolliert. „Jeder Blutegel wird nur ein einziges Mal eingesetzt. Die Würmer können jedoch auch Bakterien übertragen. Fansa und seine Kollegen geben Patienten deshalb prophylaktisch ein Antibiotikum.

Die Chirurgen lassen die Tiere ohnehin nur los, wenn keine andere Maßnahme mehr das verpflanzte Gewebe retten kann. Die Ausnahmesituation erklärt auch, dass methodisch ausgefeilte Studien mit einer Kontrollgruppe fehlen: Es gibt nur den Egel - und keine alternative Behandlung solcher Fälle.

Etwas besser ist die Datenlage für einen anderen Einsatz der Blutsauger: Sie können anscheinend bei Kniegelenksarthrose Linderung verschaffen. Weil es für Studienzwecke keinen „Placebo“-Egel gibt, dem die Wirkstoffe im Speichel fehlen, sind Forscher der RWTH Aachen kreativ geworden. Eine Abdeckung sorgt dafür, dass der Patient sein behandeltes Knie nicht sieht. In der Kontrollgruppe täuschen Nadelstiche und nasse Mullbinden das Tier vor.

Gustav Dobos, der die Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Kliniken Essen-Mitte leitet, hat zusammen mit Kollegen eine Meta-Analyse zur Egel-Therapie bei Kniegelenksarthrose veröffentlicht. Deren Datensatz ist zwar klein, aber es sieht so aus, als könne der Blutsauger die Schmerzen im Gelenk für mehrere Monate mildern. Zusätzlich verbessert sich bei vielen Betroffenen auch die Beweglichkeit. Etwa 80 Prozent der Patienten sprächen auf die Therapie an.

Wer sich wegen einer Arthrose von Egeln beißen lasse, könne auf vorsorgliche Antibiotika verzichten, sagt der Arzt. Es sei denn, das Immunsystem werde durch Medikamente unterdrückt. Allergische Reaktionen rund um die Bissstelle seien die häufigste Nebenwirkung. In Bochum planen Ärzte gerade eine Studie, die zeigen soll, ob die Egel auch bei Schmerzen am Sprunggelenk helfen.

Die Vorstellung eines saugenden Egels am Bein ist gewöhnungsbedürftig. Doch sie erscheint harmlos gegen den Gedanken, dass Maden am Körper knabbern.

Maden fressen Wunden sauber - Larven von Schmeißfliegen ernähren sich von abgestorbenem Gewebe. Ihnen ist egal, ob es sich um ein totes Tier oder den nekrotischen, also abgestorbenen Bereich einer Wunde handelt. Deshalb sollen die Maden bei der Behandlung chronischer Wunden helfen, zum Beispiel bei einem diabetischen Fuß.

Was gruselig klingt, lässt sich in der Praxis mehr oder weniger gut ertragen. Für den Klinikeinsatz sind die Larven quasi klinisch sauber, sie werden unter sterilen Bedingungen gezüchtet. Und während die Tierchen früher frei auf Wunden herumkrabbeln durften, bekommen die Patienten sie heute nicht mehr zu Gesicht. Sie verstecken sich im Verband.

Die in solchen „BioBags“ verborgenen Maden können eine schwer heilende Wunde in zwei bis drei Tagen reinigen. Man kann sicher sein, dass sie sich im Körper nicht weiter ausbreiten: Lebendes Gewebe tasten sie nicht an. Ein Nachteil: Etwa 30 Prozent der Patienten klagten über brennende Schmerzen, erklärt der Arzt. Die Behandlung werde daher in der Regel mit einer Schmerztherapie verknüpft. Schmerzhaft ist jedoch auch die Alternative, das tote Gewebe chirurgisch abzutragen.

In der aktuellen Leitlinie zur Lokaltherapie chronischer Wunden empfehlen Fachleute die Methode dennoch nur bedingt, denn der Erfolg ist nicht eindeutig belegt. Das lässt sich schwer nachweisen. Schließlich übernehmen die Fliegenlarven nur die Wundreinigung. Die Heilung sei ein längerer Prozess.

Als Patient sollte man jedenfalls keine zu lebhafte Phantasie haben. Immer mal wieder behaupten Maden-Therapierte, sie spürten, wie die Larven über die Wunde krabbeln. In einer Studie, in der Patienten nicht wussten, ob in ihrem Verband Maden lebten oder es nur mit einem Hydrogel bestrichen war, zeigte sich allerdings. Der Anteil der Teilnehmer, die meinten, sie hätten ein Krabbeln auf der Wunde wahrgenommen, war in beiden Studiengruppen gleich groß.

Auch bei den Blutegeln hält die Abscheu sich in Grenzen. Circa fünf bis zehn Prozent der Patienten verweigern die Therapie. Viel größer ist die Gruppe derjenigen, die eine Egel-Therapie irgendwie reizvoll finden. Schaltet die Klinik kleine Anzeigen für eine Studie mit den Tieren, melden sich in der Regel mehrere hundert Freiwillige. Ekel und Faszination liegen eben oft nah beieinander.

 

Nachricht in sozialen Medien teilen

Folgen Sie uns auf Social

Angriff im Asowschen Meer: Zustand verletzter Aserbaidschaner stabil

Weltcup in Baku: Gold für aserbaidschanische Akrobatik-Gymnastinnen

Aserbaidschan präsentiert sich beim Null-Abfall-Forum in Istanbul

Paschinjan: TRIPP-Projekt soll allen Ländern der Region zugutekommen

Kulturtage: Fotoausstellung über Aserbaidschan in Arkadag eröffnet

Umweltkooperation: Botschafter wirbt für Partnerschaft zwischen Nord- und Südeuropa

Forum in Hamburg: Aserbaidschanische Ingenieure beraten über Smart Cities

Tennis: Alexander Zverev will bei French Open ersten Grand-Slam-Titel gewinnen

French Open: Mirra Andrejewa gewinnt Finale gegen Maja Chwalinska

SpaceX schließt Milliarden-Vertrag mit Google

Aserbaidschans U21 besiegt Bahrain deutlich

Aserbaidschan und Moldau bauen Zusammenarbeit im Agrarsektor aus

Chinesische Studenten präsentieren aserbaidschanische Kultur beim Festival „Kulturen der Völker der Welt“

Aserbaidschan und Turkmenistan wollen kulturelle Zusammenarbeit ausbauen

Aserbaidschan beim Zero-Waste-Forum in Istanbul stark vertreten

Außenministerium nennt Zahl der Toten und Verletzten nach Drohnenangriffen im Asowschen Meer

Außenministerium: Konsularische Hilfe für beim Drohnenangriff im Asowschen Meer verletzte aserbaidschanische Staatsbürger wird geleistet

Präsident der Österreichisch-Aserbaidschanischen Handelskammer ausgezeichnet

Russischer Vizeaußenminister: Öffnung von Grenzen ist entscheidend für Verkehrsanbindung im Südkaukasus

Experte: Wasserstoffenergie könnte nächste Phase der Energiepartnerschaft zwischen VAE und Aserbaidschan sein

Aserbaidschan nimmt am Programm „AI Leaders 2026“ in Kasachstan teil

Offizielle: Auto-Festival am Ufer des Kaspischen Meeres stößt auf großes Interesse

In Nachitschewan Getreideernte begonnen

Präsident von Turkmenistan bekräftigt enge Zusammenarbeit mit Aserbaidschan

Festival für Oldtimer und Supersportwagen auf dem Bakuer Boulevard eröffnet

Aserbaidschans Landwirtschaftsminister zu Besuch in der Türkei

Botschafter: Aserbaidschan bekräftigt regionale Zusammenarbeit durch konkrete Maßnahmen

Empfang zum Unabhängigkeitstag Aserbaidschans in Turkmenistan veranstaltet

„Großkaukasus-Biosphärenreservat“ Aserbaidschans in UNESCO-Weltnetzwerk aufgenommen

Ausstellung „Perlen des nationalen Erbes Aserbaidschans“ in Turkmenistan eröffnet

Iran-Spieler erhalten US-Visa für Fußball-Weltmeisterschaft

Deutschlands Fußballerinnen lösen Ticket für WM 2027 in Brasilien

Tennis: Alexander Zverev erreicht Finale der French Open

Aserbaidschanisches Öl wird für 99 Dollar verkauft

Aserbaidschan richtet Weltumwelttag in Baku aus

Erklärung der Kommission der Milli Majlis gegen ausländische Einmischung und hybride Bedrohungen zur gezielten Informationsprovokation von CNN

Minister: Rückgang des Wasserstands des Kaspischen Meeres bleibt eine zentrale umweltpolitische Priorität

Zentralbanken von Aserbaidschan und Ungarn unterzeichnen Absichtserklärung

Im Zoo von Baku zwei Amur-Tigerbabys geboren

Internationaler Tag der Umwelt am 5. Juni

In Baku Gedenken an Märtyrer-Journalisten Maharram Ibrahimov begangen

Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent nachgegeben

Aserbaidschanisch-deutscher Wirtschaftsrat könnte gegründet werden

Real-Präsident Pérez plant wohl Mega-Angebot für Olise

Wirtschaft in der Eurozone schrumpft überraschend

Erster Nordkorea-Besuch von Chinas Staatschef Xi seit 2019 angekündigt

Erste Vizepräsidentin Mehriban Aliyeva gratulierte der aserbaidschanischen Minifußball-Nationalmannschaft

Offizielles Baku erwartet von CNN eine Richtigstellung unbegründeter Behauptungen

Medienentwicklungsagentur: CNN-Bericht über Aserbaidschan ist grobe Informationsmanipulation

Präsident Ilham Aliyev: Saubere Umwelt und Ziel des „grünen Wachstums“ als eine von fünf zentralen nationalen Prioritäten festgelegt

Außenministerium Aserbaidschans veröffentlicht Erklärung zum Drohnenangriff auf Schiffe mit aserbaidschanischen Staatsbürgern im Asowschen Meer

Aktuelle Edelmetallpreise: Gold und Silber

Beim Abspielen der Hymne wird es voll auf dem Platz

Präsident Ilham Aliyev gratuliert Nationalmannschaft zum EM-Titel im Minifußball

Preis von Azeri Light kostet mehr als 100 US-Dollar

Präsident Putin: Am gegenwärtigen außenpolitischen Kurs Jerewans ist nichts Außergewöhnliches

Aserbaidschans Minifußball-Nationalmannschaft zum Europameister gekrönt

Russischer Präsident dankt Präsident Ilham Aliyev für Unterstützung bei Lieferung humanitärer Hilfe in den Iran VIDEO

Russischer Präsident dankt Präsident Ilham Aliyev für Unterstützung bei Lieferung humanitärer Hilfe in den Iran VIDEO

Wladimir Putin: Russland hat stets sehr gute Beziehungen zu Aserbaidschan gehabt und pflegt diese weiterhin VIDEO

Wladimir Putin: Russland hat stets sehr gute Beziehungen zu Aserbaidschan gehabt und pflegt diese weiterhin VIDEO

Estland sieht Potenzial für engere Zusammenarbeit mit Aserbaidschan im Bereich Cybersicherheit

Außenminister Aserbaidschans und Irans führen Telefongespräch

IV. Nationales Forum für Cybersicherheit in Baku abgehalten

Lied und Musikvideo „Wer sagte, man solle nicht an das Glück glauben?“ vorgestellt

Außenminister Bayramov trifft neuen brasilianischen Botschafter in Aserbaidschan

Formel 1: Aston Martin kündigt Newey-Rückkehr an

Russisches Außenministerium spricht sich für Wiederaufnahme kultureller Zusammenarbeit mit Aserbaidschan aus

Weitere Lieferung von Dieselkraftstoff von Aserbaidschan nach Armenien exportiert

Erste Sitzung des belgisch-aserbaidschanischen Forums in Brüssel abgehalten

„Schah Denis“ – 30 Jahre ein Energie-Großprojekt

Älteste Einwohnerin Aserbaidschans im Alter von 136 Jahren gestorben

Fünf Jahre seit dem Tod des Journalisten Maharram Ibrahimov

Aserbaidschan, Ukraine und Moldau vereinbaren Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit

Aserbaidschan präsentiert Tourismuspotenzial in China

Leyla Aliyeva und Arzu Aliyeva besuchen Internatsschule in Baku

Aserbaidschanische Unternehmerinnen sammeln Erfahrungen in Deutschland

EMF EURO 2026: Aserbaidschan trifft im Finale auf Ukraine

Weitere Lieferung nach Armenien über Territorium Aserbaidschans im Transit befördert

Aserbaidschans Premier trifft Teilnehmer der Sitzung des Rates der Zentralbanken der OTS-Länder

Nordkorea: Kim Jong Un will Atomwaffenprogramm ausbauen

FIFA verbietet Mitbringen von Wasserflaschen in WM-Stadien

Fußball-Weltmeisterschaft: Iranisches Team erhält Visa für Mexiko - aber noch nicht für die USA und Kanada

Aserbaidschanische Kulturtage in Turkmenistan beginnen am 5. Juni

WHO warnt: Ebola-Epidemie in der DR Kongo hält an

Edelmetalle: Goldpreis legt zu

Aktueller Ölpreis

Glaubensort, Tourismusziel – „Ashabi-Kahf“ VIDEO

Glaubensort, Tourismusziel – „Ashabi-Kahf“ VIDEO

Ein Ort, an dem Geschichte, Architektur und Kunst aufeinandertreffen VIDEO

Ein Ort, an dem Geschichte, Architektur und Kunst aufeinandertreffen VIDEO

Erdbeben im Kaspischen Meer

Preis von Azeri Light kostet mehr als 104 US-Dollar

Aserbaidschan und Kenia beraten über Ausbau justizieller Zusammenarbeit

Heydar-Aliyev-Stipendiatin: „Musik ist für mich nicht nur ein Beruf, sondern ein fester Bestandteil meines Lebens“

Neu ernannter britischer Botschafter in Aserbaidschan überreicht Bayramov Kopie seines Beglaubigungsschreibens

GUS-Nachrichtenagenturen tagen in Sankt Petersburg

Aserbaidschanische Parlamentssprecherin führt mehrere Gespräche im Rahmen der Globalen Konferenz der IPU-Parlamentarierinnen

Aserbaidschanische und belarussische Militärjuristen halten Arbeitstreffen ab

Argentinische Botschafterin besucht Aserbaidschanische Sprachenuniversität

Aserbaidschan und Deutschland erörtern Kooperation bei Erdgas und erneuerbaren Energien

16. Sitzung der aserbaidschanisch-belarussischen Regierungskommission in Minsk abgehalten

Samir Scharifov: Handel zwischen Aserbaidschan und Belarus um über 11 Prozent gestiegen

Belarussische Vizepremierministerin nennt zentrale Entwicklungsschwerpunkte der Zusammenarbeit mit Aserbaidschan