Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

“Ligth your fire!“
Zehn Glückliche kommen ins Finale

Baku, den 23.Mai (AZERTAG). Pünktlich um 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit - wegen der Zeitverschiebung ist es in Aserbaidschan schon Mitternacht - begrüßen Vorjahressieger Eldar Gasimov und seine beiden Co-Moderatorinnen Nargiz Birk-Petersen und Leyla Alieva die Zuschauer in Anzug und Abendkleid mit einem fröhlichen „Good evening, Europe!“ Rechtzeitig zur Show hatten die Zuschauer aus Aserbaidschan und ganz Europa die Halle gestürmt, um ihre Favoriten zu unterstützen und sich Europas größte Fernsehshow live anzusehen.

Freundlich und souverän wirken die drei bei ihrem ersten Moderationsauftritt auf internationaler Ebene.

Highlight des Abends ist neben dem kurzen und erstaunlich witzigen Einspielfilm von der Begrüßung der Stars in Baku die Halle selbst. Die Inszenierung ist mit Licht, Pyrotechnik und LED-Wänden perfekt. Und besonders der in die Halle verlagerte Greenroom, in dem die Künstler sich nach ihrem Auftritt den Rest der Show ansehen können, lässt Zuschauer und Stars enger zusammenrücken.

Herausstechen kann gleich zu Anfang Rambo Amadeus mit seinem ironischen, europakritischen Protestsong für Montenegro, was dem Publikum aber wohl nicht positiv auffällt. Er schafft es nicht in die nächste Runde. Auch die Trackshittaz aus Österreich mit ihrer gerappten Poledance-Nummer wirken im Vergleich zum restlichen Feld trotz des miesen Textes modern, können aber das Publikum nicht überzeugen. Dänemark bietet mit einer Singer-Songwriter-Nummer einen Song, der jederzeit im Radio laufen könnte und schafft es damit ins Finale.

Im ersten Halbfinale war Rambo Amadeus der Unglücksrabe. Der Montenegriner nuschelte sich mit „Euro-Neuro“ direkt ins Abseits.

Eine Melodie wie aus einem Musical, eine Geige, ein wunderbar harmonisches Duo - Island bediente sich bewährter ESC-Rezepte. Und als Belohnung gab es für Greta Salóme & Jónsi mit ihrem Song „Mundu Eftir Mér“ einen Platz im Finale.

Keiner zweifelte ernsthaft am Einzug Griechenlands ins Finale - jener gehört seit Einführung der Halbfinals 2004 traditionell zum ESC. Doch zur Sicherheit peppte Eleftheria Eleftheriou ihren Song „Aphrodisiac“ mit klassischen Sirtaki-Tanzschritten auf. Da machte es auch nichts, dass ihre Stimme hier und da ein bisschen schwächelte.

Das lettische Kaffeekränzchen angeführt von Anmary. Die Sängerin war stimmlich überzeugend,

aber kompositorisch erwies sich ihr „Beautiful Song“ als kalter Kaffee und schaffte es nicht ins Finale.

Albanien schickte mit Rona Nishliu unbestritten die beste Sängerin des Wettbewerbs ins Rennen. Ihr wehklagender Titel „Suus“ bekam Szenenapplaus vom Publikum in der Halle. Die Zuschauer an den Bildschirmen ließen sich von der Zustimmung anstecken und wählten Rona Nishliu eine Runde weiter.

Der Albanerin folgte der Weckruf aus Rumänien. Das Weiterkommen von Mandinga mit ihrer frischen Nummer „Zaleilah“ stand nie wirklich zur Debatte, denn Sängerin Elena und ihren Jungs flogen in Baku nicht erst im Halbfinale die Herzen nur so zu.Sie seien unzerbrechlich, versicherten Sinplus aus der Schweiz mit ihrem Rocksong „Unbreakable“. Somit dürfte den Brüdern Gabriel und Ivan der Rausschmiss im Halbfinale nicht das Herz brechen.

Iris - die belgische Unschuld vom Lande, so Kommentator Peter Urban - fragte das Publikum mit ihrem balladesken Popsong „Would You?“. Sie würden nicht, jedenfalls keine Länderpunkte vergeben, und somit fährt die 17-Jährige frühzeitig wieder nach Hause.

Der belgischen Ballade folgte die finnische Variante - allerdings gesungen auf Schwedisch. Pernilla Karlsson gehört der schwedischen Minderheit in Finnland an, und ihr Titel „När Jag Blundar“ war auch im Rest Europas leider nicht mehrheitsfähig. Zerfließende Salvador-Dali-Uhren auf den LED-Leinwänden im Hintergrund waren ein schlechtes Omen für Izabo. Für die Combo aus Israel war mit „Time“ die Zeit im Halbfinale abgelaufen.

Ein Pilot und ein Arzt standen neben Valentina Monetta aus San Marino auf der Bühne, als sie den 20. ESC-Titel aus der Feder von Ralph Siegel zum Besten gab. So war sie auf das schnelle Ende von „The Social Network Song“ perfekt vorbereitet: Erste Hilfe und dann ab in den Flieger.

Ivi Adamou könnte mit ihrer flotten Dancefloor-Nummer „La La Love“ Großes für Zypern leisten, würde der Choreograph ihres Auftritts die 18-Jährige ein bisschen mehr von der Leine lassen.

Vielleicht gibt es im Finale ein paar extravagantere Tanzeinlagen.

Soluna Samay hat ihr musikalisches Handwerk auf der Straße gelernt. Auf der großen Bühne in Baku machte die dänische Kandidatin mit „Should've Known Better“ ebenfalls eine gute Figur und verdiente sich einen Platz im Finale.

Buranowski Babuschki aus Russland konnten mit dem Song „Party For Everybody!“ die Herzen der Zuschauer berühren. Den vielleicht überraschendsten Auftritt bieten die Großmütter aus Russland. Zunächst klassische Volksweise mit einigen schiefen Tönen, dann moderner Pop mit sehr tanzbarem Refrain. Mit ihrer noch immer unbeholfen wirkenden Art auf der Bühne können die Mitfavoritinnen die Herzen der Zuschauer berühren und schaffen es in die Endrunde. Backe, backe Kuchen für die “Party For Everybody! Buranowski Babuschki - die russischen Großmütter befeuerten ihren udmurtischen Ofen und die Fantasie der russischen Delegation. Reicht es im Finale etwa für den Gesamtsieg?

Erwachsene Töne aus Ungarn: Compact Disco gaben sich mit „Sound Of Our Hearts“ als sanfte Rocker mit Herz - ein Herz hatten auch die Televoter: Am Samstag gibt es ein Wiedersehen.

An niedere Instinkte appellierten hingegen die Trackshittaz mit „Woki Mit Deim Popo“. Im Gegensatz zu Ungarn war für die Mundart-Rapper an diesem Abend Endstation.

Pasha Parfeny aus Moldau war dem Aufruf der Trackshittaz gefolgt und wackelte mit seinen Sängerinnen hinterteilsmäßig um die Wette. Besser als das Original: Mit seinem Song „Lautar“ kämpft er am Samstag um die Krone.

Und noch eine Überraschung gab es ganz zum Schluss: John und Edward, also Jedward, haben ihre charakteristischen Haar-Tollen heruntergekämmt. Passt allerdings gut zu ihrem einfach gestrickten Song „Waterline“ - inklusive Ganzkörperdusche im Bühnenspringbrunnen für die hyperaktiven Zwillinge. Und so erreichen die Iren als letzte von zehn Kandidaten im zweiten Jahr in Folge ins Finale.

Auch der Crystal Hall, dem Austragungsort, kommt eine eigene Rolle zu. Vor jedem Land wird die Halle von außen in den jeweiligen Landesfarben erleuchtet. Im Zusammenspiel mit der aufsehenerregender Architektur und der Skyline von Baku ergibt das ein beeindruckendes Bild.

Zehn Glückliche kommen ins Finale. Sie freuen sich über die Qualifikation fürs Finale. Von den 18 Kandidaten des ersten Halbfinales werden wir zehn am kommenden Samstag im Finale ein zweites Mal sehen: Rumänien, Moldau, Island, Ungarn, Dänemark, Albanien, Zypern, Griechenland, Russland und Irland. Für Montenegro, Lettland, die Schweiz, Belgien, Finnland, Israel, San Marino und Österreich ist an diesem Dienstagabend bereits Schluss. Im zweiten Halbfinale am Donnerstag können sich zehn weitere Kandidaten qualifizieren.

Die Startreihenfolge der Kandidaten im Finale: Startplatz 2: Ungarn, Startplatz 3: Albanien, Startplatz 6: Russland, Startplatz 7: Island, Startplatz 8: Zypern, Startplatz 14: Rumänien, Startplatz 15: Dänemark, Startplatz 16: Griechenland, Startplatz 26: Moldau,Startplatz 23: Irland.

 

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