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Fernando Alonso über seine angekündigte Rückkehr in der Formel 1

Baku, 17. Mai, AZERTAC

Die angekündigte Rückkehr von Fernando Alonso war im vergangenen Sommer eine der großen Geschichten in der Formel 1. Zwei Jahre nahm sich der Spanier eine Auszeit von der Königsklasse, ehe er beim Saisonauftakt in Bahrain in diesem Jahr auch offiziell zurückkehrte. In seiner Hochzeit gewann Alonso 2005 und 2006 zwei WM-Titel und lieferte sich Anfang des vergangenen Jahrzehnts mehrere WM-Duelle mit Sebastian Vettel.

Vom dritten Titel kann Alonso bei Alpine aktuell nur träumen, dennoch entschied er sich für das Comeback. Und das, obwohl er sich inzwischen auch in anderen Rennserien einen Namen gemacht hat. Zweimal gewann er zuletzt das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, er krönte sich zum Langstrecken-Weltmeister und fuhr zudem beim Indy 500 und bei der Rallye Dakar mit.

Warum also kehrte Alonso in die Formel 1 zurück, in dem Wissen, mindestens in diesem Jahr nur wenig ausrichten zu können? "Momentan, besonders nach der Pandemie, ist sie stärker in der Lage, eine gute Show und einen guten Wettbewerb zu bieten", erklärt der 39-Jährige im Interview mit 'Autosport'.

Alonso: Formel 1 war 2018 nicht attraktiv - Ein ähnliches Gefühl, nur andersherum, habe er bei seinem vorläufigen Abschied 2018 gespürt. "Ich war ehrlich zu allen und habe gesagt, dass ich ein besseres Gefühl habe und es als bessere Idee empfinde, etwas anderes als die Formel 1 zu machen. Und in der WEC oder bei den IndyCars oder bei der Dakar hatte ich attraktivere Herausforderungen als das, was mir damals die Formel 1 bot", blickt er zurück.

2018 befand sich Alonso im vierten frustrierenden Jahr bei McLaren, das damals noch mit zu dieser Zeit unterlegenen Honda-Motoren fuhr und eher für Spott als für Resultate sorgte. Alonsos Motivation sank immer mehr Richtung Keller, was schlussendlich zu seinem vorübergehenden Karriereende in der Formel 1 führte.

Doch die Liebe zur Königsklasse erlosch nie komplett. "Als ich 2020 die Entscheidung getroffen hatte, zurückzukommen, lagen auch all die anderen Serien auf dem Tisch. Und meiner Meinung nach war die Formel 1 in diesem Moment die größte Herausforderung und der beste Wettbewerb", erklärt er die Beweggründe zu seiner Rückkehr.

Die Pandemie habe zwar auch in der Formel 1 ihre Spuren hinterlassen, aber "die Teams sind immer noch sehr stark und wirtschaftlich gesund und können solche großartigen Autos bauen und eine tolle Show liefern", stellt er fest. Andere Rennserie seien von den Auswirkungen der Coronakrise stärker getroffen worden, glaubt Alonso.

Alonso über IndyCar, Dakar und WEC - Doch wie sieht er seine anderen Serien, die er bestritten hat, im Detail? Die IndyCar-Serie sei nach wie vor eine "tolle Meisterschaft. Aber die Formel 1 war für mich attraktiver", sagt Alonso, der in der US-Serie bislang dreimal an den Indy 500 teilnahm, den angepeilten Sieg aber nicht schaffte.

Mit der Rallye Dakar hat er nach seinem Debüt im vergangenen Jahr noch nicht abgeschlossen. "Die Dakar ist etwas, das ich auch in der Zukunft noch machen kann und da ist es auch kein Problem, dass ich noch ein paar Jahre in anderen Kategorien fahre", sagt Alonso.

Die WEC, in der er die Gesamtwertung der "Super Season" 2018/19 mit Toyota und seinen Teamkollegen Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima gewann, sieht Alonso in einer "Übergangsphase" bis 2023, wenn auch die neuen Hersteller in der Hypercar-Klasse debütieren. "Daher fand ich, dass die Formel 1 das Beste war, was auf dem Tisch lag, anders als 2018. Aber das ist natürlich nur meine Meinung", sagt Alonso.

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