Opfer geben vor Gericht Aussage über Beschuss von Zivilisten und Kindern durch armenische Streitkräfte in Kelbadschar VIDEO
Baku, 4. Juli, AZERTAC
Der Gerichtsprozess gegen die armenischen Staatsbürger Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Manukyan, Davit Babayan, Levon Mnatsakanyan sowie weitere Personen wurde am 4. Juli fortgesetzt.
Die Angeklagten werden beschuldigt, zahlreiche schwere Verbrechen gegen das aserbaidschanische Volk begangen zu haben. Dazu zählen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit, Völkermord, die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges, Verstöße gegen das Kriegsvölkerrecht und die Kriegsbräuche, Terrorakte, Finanzierung von Terrorismus, die gewaltsame Machtübernahme sowie zahlreiche weitere Straftaten im Zusammenhang mit der militärischen Aggression Armeniens.
Die Verhandlung fand unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin.
Die Angeklagten, ihre Anwälte, einige der Opfer, deren Rechtsnachfolger und Vertreter sowie die Staatsanwälte waren bei der Verhandlung anwesend.
Während des Gerichtsverfahrens sagten Personen aus, die in ehemals von armenischen Streitkräften besetzten Gebieten gefangen genommen oder als Geiseln festgehalten wurden, sowie solche, die durch armenischen Beschuss verletzt oder anderweitig geschädigt wurden.
Vor Gericht wurden Aussagen über Folter durch armenische Streitkräfte an gefangenen oder als Geiseln festgehaltenen Aserbaidschanern sowie über den Beschuss von Zivilisten und Kindern während der Besetzung von Kelbadschar durch die armenischen Streitkräfte gehört.
Opferperson Nasiba Quliyeva erklärte in ihrer Aussage, dass sie während der Besetzung von Kelbadschar im Jahr 1993, als sie 13 Jahre alt war, mit ihren Geschwistern am 31. März mit einem Lastwagen aus dem Bezirk floh, als sie im Bereich namens "Tunnel" von den armenischen Streitkräften unter Beschuss genommen wurden. Sie sagte, dass sie zu dieser Zeit nicht von Soldaten begleitet wurden und dass die meisten im Lastwagen Kinder waren. „Es wurde so viel geschossen, dass es wie Hagel war“, fügte sie hinzu.
Die Geschädigte berichtete weiter, dass ihre dreijährige Schwester und ihre drei jüngeren Brüder bei ihr waren, als sie beschossen, wurden: „Ich wurde von sechs Kugeln und Splittern getroffen, und mein Körper ist immer noch voller Splitter.“
Nasiba Guliyeva erzählte auch, dass sie von armenischen Soldaten gefangen genommen wurde. Ihre Schwester sei zu Beginn ihrer Gefangenschaft unter dem Vorwand einer Behandlung nach Aghdam gebracht worden, und am nächsten Tag teilte man uns mit, dass sie gestorben sei. Sie betonte, dass sie bis heute nichts von ihrer Schwester und ihren Brüdern (Aygün, Yaschar und Mazahir Guliyev) gehört habe.
Die Geschädigte erwähnte auch, dass ihr Bruder Bakhtiyar während des Vorfalls erst 9 Jahre alt war und dass er durch einen Tritt eines armenischen Soldaten an den Kopf noch immer gesundheitliche Probleme hat.
Nasiba Guliyeva berichtete, dass sie 3 Monate und 15 Tage in Khankendi festgehalten wurde. Als sie aus der Gefangenschaft freigelassen wurde, wurde sie zunächst nach Jerewan und von dort nach Baku gebracht. Sie fügte hinzu: “Meine Eltern sind am Leben, sie warten immer noch auf ihre drei Kinder. Sie sagen, die Armenier halten sie fest, sie werden zurückkehren.”
Im Gerichtsverfahren wurden auch die Gutachten der gerichtsmedizinischen Untersuchungen zu den geschädigten Personen verlesen.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 7. Juli angesetzt.
Sie sollen im Rahmen des Angriffskriegs Armeniens gegen Aserbaidschan schwerwiegende Straftaten begangen haben. Dieser Krieg wurde unter direkter Leitung und aktiver Beteiligung hochrangiger Vertreter des armenischen Staates geplant, zentral organisiert und durchgeführt. Zu den verantwortlichen Hauptakteuren zählen unter anderem Robert Sedraki Kotscharjan, Sersch Asati Sargsjan, Manukjan Wasgen Mikayel, Sarkissjan Wasken Zaveni, Babajan Samwel Andraniki, Balasanjan Witali Mikhaili, Balajan Zori Hayki, Ohanjan Sejran Muscheghi, Garamjan Arschawir Surenovitsch und Melkonian Monte Charles. Sie sollen dabei auf der Grundlage mündlicher und schriftlicher Befehle sowie durch materielle, technische und personelle Unterstützung gehandelt haben – mit direkter Kontrolle durch staatliche Organe, Streitkräfte und illegale bewaffnete Gruppen Armeniens.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, sich aktiv an den Verbrechen der armenischen Regierung sowie der sogenannten „Republik Bergkarabach“ und deren bewaffneten Formationen beteiligt zu haben. Zu den Beschuldigten gehören unter anderem:
Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Manukyan, David Babayan, Levon Mnatsakanyan, Vasili Beglaryan, Erik Gazaryan, Davit Allahverdiyan, Gurgen Stepanyan, Levon Balayan, Madat Babayan, Garik Martirosyan und Melikset Pashayan.
Die Anklagepunkte sind vielfältig und schwerwiegend. Sie umfassen unter anderem folgende Artikel des Strafgesetzbuches der Republik Aserbaidschan:
∙ Artikel 100 – Führen eines Angriffskrieges
∙ Artikel 102 – Angriffe auf international geschützte Personen/Einrichtungen
∙ Artikel 103 – Völkermord
∙ Artikel 105–107, 109–110 – Ausrottung, Zwangsumsiedlung, Verfolgung, gewaltsame Einführung
∙ Artikel 112–115, 116, 118 – Freiheitsberaubung, Folter, Kriegsverbrechen, Plünderung
∙ Artikel 120 – Vorsätzlicher Mord
∙ Artikel 192, 214, 214-1 – Illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus, Terrorismusfinanzierung
∙ Artikel 218, 228, 270-1 – Bildung krimineller Vereinigungen, illegaler Waffenbesitz, Gefährdung der Luftsicherheit
∙ Artikel 277, 278, 279 – Attentate auf Amtsträger, gewaltsame Machtübernahme, Bildung illegaler bewaffneter Gruppen