Opfer-Aussagen im Prozess gegen Ruben Vardanyan VIDEO
Baku, 5. August, AZERTAC
Der Prozess im Strafverfahren gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, der wegen Folter, Söldnertätigkeit, Terrorismus, Terrorismusfinanzierung und anderer Straftaten gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan angeklagt ist, wurde am 5. August fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurden ein Dolmetscher und ein Anwalt ihrer Wahl für seine Verteidigung zur Verfügung gestellt.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Abdulagha Sadikhov, gesetzlicher Erbe des Opfers Schamistan Sadikhov, erklärte, dass sein Sohn durch Schüsse von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen getötet wurde.
Bakhtiyar Malikov, gesetzlicher Erbe des Opfers Vusal Malikov, teilte der Staatsanwältin Tarana Mammadova mit, dass sein Sohn in Latschin durch Schüsse von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen ums Leben gekommen sei.
Sadig Maharramov, gesetzlicher Erbe des Opfers Javad Maharramov, bestätigte gegenüber Nasir Bayramov, Leiter der Abteilung für öffentliche Strafverfolgung bei der Generalstaatsanwaltschaft, dass sein Sohn in Aghdara durch Schüsse von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen getötet wurde.
Javanschir Yunusov, gesetzlicher Erbe des Opfers Eltun Yunusov, berichtete, dass sein Sohn in Khojavend/Chodschawänd durch feindlichen Beschuss ums Leben kam.
Opfer Mammad Gayibov erklärte gegenüber Tugay Rahimli, dem Sonderassistenten des Generalstaatsanwalts, dass er bei der Explosion eines Mörsergeschosses verletzt wurde, das von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen abgefeuert wurde. Rahib Schikhiyev, Elmin Eyvazov und Schahrat Gasimov wurden bei demselben Vorfall ebenfalls verletzt.
Ali Heydarov sagte aus, dass er und Sabutay Aghabaghirov in Aghdam verletzt wurden, als in ihrer Nähe eine von Armeniern abgefeuerte Granate explodierte.
Farid Aslanov berichtete dem Staatsanwalt Vusal Abdullayev, dass er in Khojaly/Chodschali durch Schüsse von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen verletzt wurde.
Jamal Hamidov erklärte gegenüber dem leitenden Assistenten des Generalstaatsanwalts Vusal Aliyev, dass er in Latschin durch die Explosion eines feindlichen Mörsergeschosses verletzt wurde.
Habil Ganbarov sagte aus, dass er in Chodschawänd durch die Explosion eines Mörsergeschosses verletzt wurde und informierte den Staatsanwalt Fuad Musayev, dass auch Murad Mustafayev dabei verletzt wurde.
Afig Suleymanov berichtete, dass er durch eine von Armeniern gelegte Mine verletzt wurde – verantwortlich seien Resteinheiten der armenischen Armee und illegale bewaffnete Gruppen.
Suleyman Garayev erklärte, dass er im Bezirk Latschin durch feindlichen Beschuss verwundet wurde.
Kanan Ahadov sagte aus, dass er während einer Autofahrt im Bezirk Aghdam durch eine Minenexplosion verletzt wurde. Auch andere Insassen, darunter Afar Huseynov, Yusif Abdullayev, Raschad Haziyev und Adam Aliyev, wurden verletzt.
Raschad Haziyev bestätigte die Aussage von Ahadov und berichtete von seinen eigenen Verletzungen sowie der Zerstörung des Fahrzeugs durch die Explosion.
Schahriyar Zarbaliyev berichtete von Verletzungen durch feindlichen Beschuss in Chodschali und fügte hinzu, dass auch Emil Nabiyev und Rovschan Azimli dabei verletzt wurden.
Abdulla Hajiyev und Sadig Hamidov sagten aus, dass sie in Aghdara bzw. Aghdam durch Schüsse von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen verletzt wurden.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 12. August angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung, sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen, sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.