Opfer von Angriffen, Minen und Folter durch Streitkräfte Armeniens sagen vor Gericht aus VIDEO
Baku, 7. August, AZERTAC
Der Gerichtsprozess gegen die armenischen Staatsbürger Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Manukyan, Davit Babayan, Levon Mnatsakanyan sowie weitere Personen wurde am 7. August fortgesetzt.
Die Angeklagten werden beschuldigt, zahlreiche schwere Verbrechen gegen das aserbaidschanische Volk begangen zu haben. Dazu zählen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit, Völkermord, die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges, Verstöße gegen das Kriegsvölkerrecht und die Kriegsbräuche, Terrorakte, Finanzierung von Terrorismus, die gewaltsame Machtübernahme sowie zahlreiche weitere Straftaten im Zusammenhang mit der militärischen Aggression Armeniens.
Die Verhandlung fand unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin.
Die Angeklagten, ihre Anwälte, eine Gruppe von Opfern, deren Rechtsnachfolger und Vertreter sowie die Staatsanwälte waren bei der Verhandlung anwesend.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Der Richter hat neue im Gericht eingegangene Dokumente bekannt gegeben. Diese betreffen unter anderem, dass einige der zum Verhör geladenen Opfer sich nicht im Land befinden, dass ein Opfer verstorben ist, usw. Der Richter erklärte, dass alle Unterlagen den Materialien der Strafsache hinzugefügt werden. Die Parteien legten keinen Einspruch ein.
Ulviya Abdurrahmanova, Rechtsnachfolgerin des Opfers Hafiz Abdurrahmanov erklärte, dass ihr Ehemann 2020 im 44-tägigen Vaterländischen Krieg in Richtung Tartar-Aghdara gefallen sei.
Adil Ibrahimli, Rechtsnachfolger und Sohn des Opfer Khagani Ibrahimov sagte aus, dass sein Vater 1994 im Kampf gegen die armenischen Streitkräfte gefallen sei.
Rechtsnachfolger von Kamran Asgarov, sein Vater Bayram Asgarov, berichtete, dass sein Sohn im Vaterländischen Krieg 2020 gefallen sei.
Rechtsnachfolger von Javad Huseynov, sein Vater Javid Huseynov, sagte, dass sein Sohn im Vaterländischen Krieg durch einen Angriff der armenischen Streitkräfte getötet wurde.
Sachavat Huseynov und Polad Valichanov berichteten, dass sie bei den April-Kämpfen 2016 durch einen Angriff der armenischen Streitkräfte Splitterverletzungen erlitten.
Tural Khalilov und Murad Gülaliyev gaben an, dass sie am 16. November 2021 bei einem Überraschungsangriff der armenischen Streitkräfte in Richtung Latschin verwundet wurden.
Rusif Safarov berichtete, dass er am 19. September 2023 in Richtung Khojaly/Chodschali durch Scharfschützenfeuer von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen dreimal getroffen wurde.
Nihad Imanov, Vusal Babayev, Aykhan Nasibov, Ilkin Mammadzade, Etibar Mammadov, Nusrat Huseynov, Nemat Suleymanov, Nail Guliyev, Ramil Adigozalov, Zahid Gafarov, Javid Mammadli, Sänham Mustafayev, Tschingiz Mustafayev, Emin Eminov, Selman Mammadov, Rufat Novruzov und Yusif Asadullayev berichteten, dass sie 2020 im Vaterländischen Krieg durch Beschuss der armenischen Streitkräfte verwundet wurden.
Sabit Bayramzade, Elmaddin Ismayilov und Ayaz Hasanli gaben an, dass sie im Vaterländischen Krieg durch Minenexplosionen verletzt wurden.
Der Leiter der Abteilung für die Verteidigung der staatlichen Anklage der Generalstaatsanwaltschaft, Nasir Bayramov, stellte Fragen an Kanan Nasirov, der sagte, dass er am 12. Juli 2020 bei den Kämpfen auf dem Territorium des Rayons Tovuz durch Beschuss der armenischen Streitkräfte schwer verletzt wurde.
Gilman Huseynov berichtete, dass er am 2. August 2022 im Dorf Karakhanybeyli im Bezirk Füsuli bei einer Minenräumung verletzt wurde und dass sein rechtes Bein amputiert wurde. Er gab an, dass während des Vorfalls zwei weitere Personen verletzt wurden.
Ramin Aliyev sagte, dass er am 8. Oktober 2022 beim Bau der Straße Aghdam-Füsuli durch eine Minenexplosion verletzt wurde.
Scharif Aliyev berichtete, dass er im November 2020 im Vaterländischen Krieg in Richtung Chodschawänd verwundet und gefangen genommen wurde. Er sagte, er sei während der Gefangenschaft geschlagen und gefoltert worden.
Er gab an, dass er nach seiner Gefangennahme nach Jerewan gebracht wurde. Vor der Gefangennahme wurde er an Brustkorb und beiden Beinen verletzt. Während der Gefangenschaft sollte er russische und armenische Worte wiederholen, was er verweigerte, woraufhin er am rechten Fuß angeschossen wurde.
S. Aliyev gab an, dass vor seiner Gefangennahme vier seiner Kameraden gefallen seien und ein weiterer schwer verwundet wurde, welcher von den armenischen Streitkräften getötet wurde. S. Aliyev wurde gefangen genommen.
Nach der Übergabe an Aserbaidschan wurde er in der Klinik in Ganja operiert.
Er wurde am 15. Dezember 2020 nach Aserbaidschan zurückgebracht.
Jeyhun Tanriverdiyev berichtete, dass er während seines Militärdienstes im Juli 1997 von den armenischen Streitkräften gefangen genommen wurde und am 17. September 1999 an Aserbaidschan übergeben wurde. Er sagte aus, dass er während der Gefangenschaft geschlagen, beleidigt und gefoltert wurde.
Nail Rajabli gab an, dass er am 1. Januar 1998 im Bezirk Beylagan von den armenischen Streitkräften gefangen genommen wurde. Er wurde in Haftanstalten in Khankendi, Schuscha und Jerewan festgehalten. Am 18. Juli 2000 wurde er nach Aserbaidschan zurückgebracht. Er berichtete von Verletzungen, Bruch des Fingers und Folter während der Haft.
Amil Aliyev und Murad Sadig gaben an, dass sie im September 2023 bei einer Anti-Terror-Operation der aserbaidschanischen Armee verwundet wurden.
Samir Jabiyev berichtete, dass er am 17. August 2010 in Gadabey bei einem Angriff der armenischen Streitkräfte verwundet wurde.
Sadraddin Mursudov berichtete, dass er während seines Militärdienstes am 2. Februar 1997 von den armenischen Streitkräften verletzt und gefangen genommen wurde. Er wurde während der Gefangenschaft in Schuscha und Khankendi festgehalten, geschlagen und gefoltert. Er gab an, dass er aufgrund von nationaler Feindschaft als Aserbaidschaner misshandelt wurde und schwere Traumata erlitt. Am 25. Oktober 1999 wurde er an Aserbaidschan übergeben.
Arzu Mukhtarov berichtete, dass er am 12. Juli 1992 auf dem Berg Murovdagh verwundet und gefangen genommen wurde und nach Khankendi gebracht wurde. Während der Gefangenschaft wurde er geschlagen und gefoltert. Am 14. Mai 1994 wurde er gegen Zahlung freigelassen.
Yunis Ismayilov gab an, dass er 1993 bei Kämpfen um den Bezirk Aghdam verwundet und gefangen genommen wurde. Am 10. Mai 1996 wurde er freigelassen. Auch er und andere Gefangene wurden gefoltert und zwangsläufig Zähne gezogen.
Täbriz Balayev, Färhad Guliyev (Zivilperson), Jaschar Mammadov (Zivilperson), Asif Taghiyev, Ädalät Naghiyev (Zivilperson), Säyyad Abdullayev (Zivilperson), Miräläm Isayev, Parvin Abbasov, Absalam Javadzade und Kamran Sultanli berichteten, dass sie zu verschiedenen Zeiten durch Provokationen der Streitkräfte von Armenia geschädigt wurden.
Araz Abbasov berichtete, dass er am 5. Juni 1993 gefangen genommen wurde und am 24. August desselben Jahres freikam. Während der Gefangenschaft wurde er geschlagen und gefoltert.
Nusrät Äsisov berichtete, dass er am 1. Februar 1994 im Dorf Abdurrahmanly im Bezirk Füsuli gefangen genommen wurde und am 12. Mai 1995 nach Aserbaidschan zurückgebracht wurde. Er gab an, während der Gefangenschaft geschlagen und gefoltert worden zu sein.
Möhlät Mahmudov sagte, dass er am 23. Juli 1993 bei Kämpfen um den Bezirk Aghdam verwundet und gefangen genommen wurde. Während der Gefangenschaft erlitt er schwere Folter und unmenschliche Behandlung. Er berichtete, dass ein aserbaidschanischer Gefangener vor seinen Augen erschossen wurde. Im November desselben Jahres floh er mit einem anderen Gefangenen namens Mehman.
Välhäd Mammadov war vom 16. Juni 1993 bis 10. Mai 1996 in Gefangenschaft, Jämaläddin Aliyev vom 14. bis 20. August 1995. V. Mammadov wurde gegen Bezahlung freigelassen. Beide berichteten, dass sie während der Gefangenschaft gefoltert wurden.
Die Opfer beantworteten zudem Fragen der Angeklagten, ihrer Verteidiger sowie der anwesenden Vertreter.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 8. August angesetzt.
Sie sollen im Rahmen des Angriffskriegs Armeniens gegen Aserbaidschan schwerwiegende Straftaten begangen haben. Dieser Krieg wurde unter direkter Leitung und aktiver Beteiligung hochrangiger Vertreter des armenischen Staates geplant, zentral organisiert und durchgeführt. Zu den verantwortlichen Hauptakteuren zählen unter anderem Robert Sedraki Kotscharjan, Sersch Asati Sargsjan, Manukjan Wasgen Mikayel, Sarkissjan Wasken Zaveni, Babajan Samwel Andraniki, Balasanjan Witali Mikhaili, Balajan Zori Hayki, Ohanjan Sejran Muscheghi, Garamjan Arschawir Surenovitsch und Melkonian Monte Charles. Sie sollen dabei auf der Grundlage mündlicher und schriftlicher Befehle sowie durch materielle, technische und personelle Unterstützung gehandelt haben – mit direkter Kontrolle durch staatliche Organe, Streitkräfte und illegale bewaffnete Gruppen Armeniens.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, sich aktiv an den Verbrechen der armenischen Regierung sowie der sogenannten „Republik Bergkarabach“ und deren bewaffneten Formationen beteiligt zu haben. Zu den Beschuldigten gehören unter anderem:
Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Manukyan, David Babayan, Levon Mnatsakanyan, Vasili Beglaryan, Erik Gazaryan, Davit Allahverdiyan, Gurgen Stepanyan, Levon Balayan, Madat Babayan, Garik Martirosyan und Melikset Pashayan.
Die Anklagepunkte sind vielfältig und schwerwiegend. Sie umfassen unter anderem folgende Artikel des Strafgesetzbuches der Republik Aserbaidschan:
∙ Artikel 100 – Führen eines Angriffskrieges
∙ Artikel 102 – Angriffe auf international geschützte Personen/Einrichtungen
∙ Artikel 103 – Völkermord
∙ Artikel 105–107, 109–110 – Ausrottung, Zwangsumsiedlung, Verfolgung, gewaltsame Einführung
∙ Artikel 112–115, 116, 118 – Freiheitsberaubung, Folter, Kriegsverbrechen, Plünderung
∙ Artikel 120 – Vorsätzlicher Mord
∙ Artikel 192, 214, 214-1 – Illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus, Terrorismusfinanzierung
∙ Artikel 218, 228, 270-1 – Bildung krimineller Vereinigungen, illegaler Waffenbesitz, Gefährdung der Luftsicherheit
∙ Artikel 277, 278, 279 – Attentate auf Amtsträger, gewaltsame Machtübernahme, Bildung illegaler bewaffneter Gruppen