Betroffene der armenischen Angriffe auf Khankendi, Latschin, Kelbadschar, Aghdara, Jabrayil und Füsuli sagen vor Gericht über Vertreibung, Verletzungen und Verluste aus VIDEO
Baku, 18. August, AZERTAC
Der Gerichtsprozess gegen die armenischen Staatsbürger Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Manukyan, Davit Babayan, Levon Mnatsakanyan sowie weitere Personen wurde am 18. August fortgesetzt.
Die Angeklagten werden beschuldigt, zahlreiche schwere Verbrechen gegen das aserbaidschanische Volk begangen zu haben. Dazu zählen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit, Völkermord, die Vorbereitung und Durchführung eines Angriffskrieges, Verstöße gegen das Kriegsvölkerrecht und die Kriegsbräuche, Terrorakte, Finanzierung von Terrorismus, die gewaltsame Machtübernahme sowie zahlreiche weitere Straftaten im Zusammenhang mit der militärischen Aggression Armeniens.
Die Verhandlung fand unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin.
Die Angeklagten, ihre Anwälte, eine Gruppe von Opfern, deren Rechtsnachfolger und Vertreter sowie die Staatsanwälte waren bei der Verhandlung anwesend.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Der gesetzliche Vertreter des Opfers Eldar Hasanov, sein Sohn Namig Hasanov, sagte aus, dass sein Vater am 26. Februar 1992 beim Angriff der armenischen Streitkräfte auf die Stadt Chodschali als Märtyrer gefallen sei. Sein Vater sei damals von Aghdam nach Chodschali zur Hilfe geeilt. Er selbst und seine Familie seien aus dem Bezirk Aghdam vertrieben worden.
Mazahir Mammadov, der gesetzliche Vertreter des Opfers Panah Mammadov, gab an, dass er aus dem Dorf Oghuldara im Bezirk Latschin stamme und 1992 beim Angriff der armenischen Streitkräfte vertrieben wurde. Sein Bruder Panah Mammadov sei 1993 bei Kämpfen in Aghdam verschwunden.
Tschingiz Almammadov, ebenfalls ein gesetzlicher Vertreter, sagte aus, dass er aus dem Bezirk Latschin vertrieben wurde. Als Polizist habe er an der Verteidigung von Latschin teilgenommen. Bei der Besetzung von Latschin seien sein Vater Idris Almammadov, sein Bruder Ehtiram Almammadov, dessen Ehefrau Mahira Almammadova und ihr kleines Kind durch Artilleriebeschuss aus dem armenischen Bezirk Goris getötet worden. Er gab an, dass seine getöteten Verwandten im Bezirk Aghjabadi/Aghdschabadi begraben wurden.
Nuran Gasimov gab an, dass er während des 44-tägigen Vaterländischen Krieges und 2021 in der Nähe der provisorischen Grenze in Latschin durch Provokationen der armenischen Streitkräfte verwundet wurde. Sein Bruder Teymur Gasimov sei am 2. April 2016 bei den April-Gefechten als Märtyrer gefallen.
Hidayat Jahangirov sagte aus, dass er am 12. Oktober 2020 während des Vaterländischen Krieges verwundet wurde. Er sei bis Mai 2021 wegen seiner Verletzungen behandelt worden.
Sarvin Javadzade berichtete, dass er am 15. Oktober 2020 während des Vaterländischen Krieges in Richtung Jabrayil/Dschäbrayil verwundet wurde.
Vugar Farajov erklärte, dass sein Haus in Khankendi 1988 von Armeniern geplündert wurde und er daraufhin mit seiner Familie vertrieben wurde. Er habe bis zu seiner Vertreibung die Schule Nr. 4 namens Nizami Ganjavi in Khankendi besucht. Er gab an, dass alle Aserbaidschaner in Khankendi unter Druck gesetzt, ihre Häuser geplündert und verbrannt wurden. Als Vertriebener ließ er sich mit seiner Familie im Bezirk Gubadli nieder. 1993 wurden sie erneut vertrieben, als die armenischen Streitkräfte Gubadli angriffen.
Schakir Orujov sagte aus, dass er im Mai 1992 aus seinem Dorf Gortschu im Bezirk Latschin vertrieben wurde. Sein Haus sei geplündert und verbrannt worden. Sein Neffe sei infolge der Angriffe der armenischen Streitkräfte in Barda als Märtyrer gefallen.
Fazil Samadov, der gesetzliche Vertreter eines Opfers, gab an, dass sein Bruder im März 1993 bei Kämpfen mit den armenischen Streitkräften verschwunden sei.
Ramin Khaliov berichtete, dass er 2005 und 2007 während seines Militärdienstes im Bezirk Khojavand/Chodschawänd durch Beschuss der armenischen Streitkräfte verwundet wurde.
Bahruz Gurbanov sagte aus, dass am 3. April 2016 (während der April-Gefechte) sein Haus und sein landwirtschaftlicher Betrieb in Tartar durch Granateneinschläge beschädigt und er selbst verwundet wurde.
Fehruz Bayramov gab an, dass er am 23. August 1993 durch Angriffe der armenischen Streitkräfte aus dem Bezirk Jabrayil/Dschäbrayil vertrieben wurde.
Taleh Aliyev berichtete, dass er 1993 durch Angriffe der armenischen Streitkräfte aus dem Dorf Zargar im Bezirk Füsuli vertrieben wurde. Zwei Söhne seines Onkels wurden getötet.
Ali Jafarov wurde in Khankendi geboren und 1991 vertrieben. Er berichtete, dass sein Vater Scharif Jafarov am 25. September desselben Jahres bei einem feindlichen Angriff in der Siedlung Karkijahan verletzt wurde.
Mayil Schirinov sagte aus, dass am 24. Oktober 1993 sein Vater, zwei Brüder und sein Onkel bei einem Angriff der armenischen Streitkräfte im Bezirk Jabrayil verschwanden. Die Leichen seiner Brüder und seines Onkels seien letztes Jahr gefunden worden, die seines Vaters jedoch immer noch nicht.
Basti Hajiyeva gab an, dass sie am 23. August 1993 aus dem Dorf Dag Tumas im Bezirk Jabrayil vertrieben wurde. Sujahat Haziyeva wurde am selben Tag aus dem Dorf Khalafli vertrieben. Rukhsara Piriyeva und Vuqar Hajiyev wurden ebenfalls 1993 aus Jabrayil vertrieben.
Surayya Niftaliyeva sagte, dass sie 1993 mit ihrer Familie, einschließlich ihrer zwei kleinen Kinder, durch Angriffe der armenischen Streitkräfte aus dem Bezirk Zangilan vertrieben wurde.
Khuraman Muradova wurde 1992 durch die Angriffe der armenischen Streitkräfte auf den Bezirk Latschin vertrieben. Ihr Haus sei verbrannt worden. Danach ließ sie sich in der Nähe des Dorfes Balliqaya im Bezirk Goranboy nieder. Sie berichtete, dass die armenischen Streitkräfte am 28. August 1992 dieses Dorf angriffen und ein Massaker verübten. Dabei seien 24 Aserbaidschaner getötet worden, darunter ein sechs Monate altes Baby und eine Person über 100 Jahre.
Kifayat Guliyeva sprach über die Verdrängung der Aserbaidschaner durch die Armenier in den 1990er Jahren in ihrem Dorf Vangli im Bezirk Aghdara. Das Ziel sei gewesen, die Aserbaidschaner zu zwingen, ihre Häuser zu verlassen. Infolgedessen wurden sie und andere Aserbaidschaner aus ihrer Heimat vertrieben.
Naila Huseynova sagte aus, dass ihr Ehemann am 20. Mai 1991 getötet wurde und sie aus dem Dorf Chullu/Tschulu im Bezirk Jabrayil vertrieben wurde.
Weitere Zeugen, darunter Oktay Amirov, Dilafat Rasulov, Goshqar Rasulov, Salim Mehdiyev, Parviz Paschayev berichteten von ihrer Vertreibung aus dem Bezirk Latschin im Jahr 1992. Mahammad Aghamaliyev wurde 1992 aus dem Bezirk Kelbadschar vertrieben, Niyazi Mammadov und Mahir Aslanov 1992 aus dem Bezirk Aghdara, und Tarana Yusifova wurde 1993 aus dem Bezirk Aghdam vertrieben.
Die Geschädigten beantworteten auch die Fragen der Angeklagten, einschließlich Levon Mnatsakanyan und Davit Babayan, sowie der Verteidiger und ihrer eigenen Vertreter.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 21. August angesetzt.
Den angeklagten Personen armenischer Herkunft wird vorgeworfen, im Rahmen des Angriffskriegs Armeniens gegen Aserbaidschan schwere Straftaten begangen zu haben. Dieser Krieg wurde unter direkter Leitung und aktiver Beteiligung hochrangiger Vertreter des armenischen Staates geplant, zentral organisiert und durchgeführt. Zu den verantwortlichen Hauptakteuren zählen unter anderem Robert Sedraki Kotscharjan, Sersch Asati Sargsjan, Manukjan Wasgen Mikayel, Sarkissjan Wasken Zaveni, Babajan Samwel Andraniki, Balasanjan Witali Mikhaili, Balajan Zori Hayki, Ohanjan Sejran Muscheghi, Garamjan Arschawir Surenovitsch und Melkonian Monte Charles. Sie sollen dabei auf der Grundlage mündlicher und schriftlicher Befehle sowie durch materielle, technische und personelle Unterstützung gehandelt haben – mit direkter Kontrolle durch staatliche Organe, Streitkräfte und illegale bewaffnete Gruppen Armeniens.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, sich aktiv an den Verbrechen der armenischen Regierung sowie der sogenannten „Republik Bergkarabach“ und deren bewaffneten Formationen beteiligt zu haben. Zu den Beschuldigten gehören unter anderem:
Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Manukyan, David Babayan, Levon Mnatsakanyan, Vasili Beglaryan, Erik Gazaryan, Davit Allahverdiyan, Gurgen Stepanyan, Levon Balayan, Madat Babayan, Garik Martirosyan und Melikset Pashayan.
Die Anklagepunkte sind vielfältig und schwerwiegend. Sie umfassen unter anderem folgende Artikel des Strafgesetzbuches der Republik Aserbaidschan:
∙ Artikel 100 – Führen eines Angriffskrieges
∙ Artikel 102 – Angriffe auf international geschützte Personen/Einrichtungen
∙ Artikel 103 – Völkermord
∙ Artikel 105–107, 109–110 – Ausrottung, Zwangsumsiedlung, Verfolgung, gewaltsame Einführung
∙ Artikel 112–115, 116, 118 – Freiheitsberaubung, Folter, Kriegsverbrechen, Plünderung
∙ Artikel 120 – Vorsätzlicher Mord
∙ Artikel 192, 214, 214-1 – Illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus, Terrorismusfinanzierung
∙ Artikel 218, 228, 270-1 – Bildung krimineller Vereinigungen, illegaler Waffenbesitz, Gefährdung der Luftsicherheit
∙ Artikel 277, 278, 279 – Attentate auf Amtsträger, gewaltsame Machtübernahme, Bildung illegaler bewaffneter Gruppen