Opfer-Aussagen im Prozess gegen Ruben Vardanyan VIDEO
Baku, 2. September, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen werden, wurde am 2. September fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurden ein Dolmetscher und ein Anwalt ihrer Wahl für seine Verteidigung zur Verfügung gestellt.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Anschließend wurden vor Gericht die Aussagen der rechtlichen Nachfolger der Geschädigten sowie der geschädigten Personen angehört.
Die rechtmäßige Erbin des Opfers Ayaz Nazarov – seine Mutter Sima Tanriverdiyeva – erklärte bei der Beantwortung der Fragen des Staatsanwalts Vusal Abdullayev, dass ihr Sohn infolge einer Provokation des Feindes auf dem Territorium des Bezirks Kelbadschar ums Leben gekommen sei.
Der rechtmäßige Erbe des Opfers Garib Gasimov – sein Vater Schahbaz Gasimov – erklärte in seiner Aussage, dass sein Sohn durch Beschuss durch Überreste der armenischen Armee und illegale armenische bewaffnete Gruppen in Khojavend/Chodschawänd getötet wurde.
Der Geschädigte Mahammadali Jafarov, rechtmäßiger Erbe von Revan Jafarov, erklärte auf Fragen von Tugay Rahimli, dem Sonderbeauftragten des Generalstaatsanwalts, dass sein Sohn in Khojavand durch feindliches Feuer ums Leben kam.
Der Geschädigte Mirza Agayev gab an, dass er in Khojavand durch feindlichen Beschuss verwundet wurde.
Ein weiterer Geschädigter, Zakir Mirzayev, sagte aus, dass er in Khojavand, in Richtung Girmizi Bazar, durch die Explosion einer vom Feind geworfenen Handgranate verletzt wurde.
Der Geschädigte Asim Musayev erklärte auf Fragen des Staatsanwalts Fuad Musayev, dass er beim Hüten von Vieh in der Sommerweide Soyudlu in Kelbadschar von über 30 Artilleriegeschossen des Feindes getroffen wurde. Dabei wurden er und seine Begleiter verletzt, mehr als 350 Tiere wurden getötet.
Der Geschädigte Atamali Malikov berichtete, dass er im Gebiet von Khankendi durch feindlichen Artilleriebeschuss am Bauch und Rücken verletzt wurde. Aufgrund seiner Verletzungen wurde er sechs Mal operiert.
Namig Haschimov erklärte, dass der Krankenwagen, in dem er sich befand – trotz Kennzeichnung – in Richtung Aghdam von Überresten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten armenischen Gruppen beschossen wurde. Dabei wurden er und fünf weitere Personen verletzt.
Medet Sabirzade erklärte, dass er bei einer Provokation des Feindes in Khojali/Chodschali durch Beschuss verwundet wurde und fünf seiner Begleiter ums Leben kamen. Die Fragen stellte Nasir Bayramov, Abteilungsleiter der Abteilung zur Verteidigung der Staatsanwaltschaft.
Der Geschädigte Tehrun Asgarov betonte, dass er in Richtung Aghdara durch Beschuss von Überresten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten armenischen Gruppen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt.
Turan Balaschzade gab an, dass sein Bruder Royal Balaschzade durch ein Scharfschützengewehr des Feindes in Richtung Kelbadschar getötet wurde.
Sadig Mammadali antwortete auf Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova und sagte, dass er in Richtung Kelbadschar durch feindlichen Artilleriebeschuss am Bein verletzt wurde.
Aziz Azizov erklärte, dass er in Khojavend durch Mörserbeschuss von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt.
Bahlul Aghayev betonte, dass er in Khojavend durch feindlichen Beschuss am linken Arm verletzt wurde, eine weitere Person kam ums Leben.
Fuad Gurbanli erklärte, dass er in Richtung Aghdara durch feindlichen Beschuss verwundet wurde und sein rechtes Bein unterhalb des Knies amputiert werden musste. Khayal Masimov und Nurlan Rafizade wurden durch Mörserbeschuss verletzt.
Urfan Mammadov berichtete, dass er in Khojavend durch feindlichen Artilleriebeschuss zahlreiche Splitterverletzungen und ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Drei seiner Kameraden kamen ums Leben.
Parvin Allahverdiyev gab an, dass er in Khojavend durch feindlichen Scharfschützenbeschuss am Arm verletzt wurde. Elsever Akhundov wurde in Aghdara durch die Explosion eines Mörsergeschosses in seiner Nähe an Arm und Bein verletzt und erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma.
Nemat Baghirov erklärte, dass infolge der Explosion eines vom Feind abgefeuerten Mörsergeschosses im Gebiet des Bezirks Daschkasan Khayal Suleymanov und Cavidan Badalov ums Leben kamen und er selbst verwundet wurde.
Hasan Mehyaddinli berichtete, dass er im Dorf Canyataq im Bezirk Aghdara verletzt wurde, als das Fahrzeug, in dem er saß, von feindlichem Feuer getroffen wurde.
Radim Garakhanov erklärte, dass er im Bezirk Agdam durch feindlichen Beschuss von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen verletzt wurde.
Der Geschädigte Haji Baghirov sagte auf Fragen von Vusal Aliyev, leitender Assistent des Generalstaatsanwalts, dass er durch die Explosion eines in seiner Nähe abgefeuerten Mörsergeschosses im Bezirk Aghdara verletzt wurde, ebenso wie Nasimi Hajiyev und Vusal Ibrahimov.
Tural Azimov und Mahammad Baghiyev berichteten, dass sie in Aghdam durch feindlichen Beschuss verwundet wurden, während Hzrat Ismayilov in Aghdara verletzt wurde.
Der Geschädigte Goschgar Scharbatov erklärte, dass er bei der Evakuierung verletzter Personen in Khojavend durch die Explosion eines feindlichen Geschosses verletzt wurde, das auf einen deutlich gekennzeichneten Krankenwagen abgefeuert wurde.
Weitere Geschädigte – Nurali Schikhaliyev, Rasif Maharramov, Mazahir Aliyev, Amin Mammadov, Javid Schirvanov, Muslim Aliyev, Schahin Safarov, Umid Ibrahimli, Schahriyar Isgandarov, Eldaniz Dadaschov, Amrah Hasanov, Vusal Abbasli, Schirin Haschimov, Kenan Sofiyev, Amir Nabiyev, Jemaleddin Mikayilli und Kenan Mustafayev – erklärten in ihren Aussagen, dass sie infolge von Provokationen des Feindes verletzt wurden.
Danach wurde die Aussage des Geschädigten Amid Guliyev verlesen. Es wurde mitgeteilt, dass er im Dorf Farrukh im Bezirk Chodschali durch Beschuss aus einem Waldgebiet beide Beine unterhalb der Knie durch Schusswunden verlor.
Anschließend wurden im Gerichtsverfahren die forensisch-medizinischen Gutachten über die geschädigten Personen verlesen.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 9. September angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung, sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen, sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.