Im Prozess gegen Ruben Vardanyan Aussagen Ruben Vardanyan wurden angehört VIDEO
Baku, 14. Oktober, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen wird, wurde am 14. Oktober fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurden ein Dolmetscher und ein Anwalt ihrer Wahl für die Verteidigung zur Verfügung gestellt.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Khayal Janbakhishov – sein Vater Kheyrulla Janbakhishov – erklärte, dass sein Sohn in Aghdara ums Leben kam, weil eine Mörsergranate, abgefeuert von Resteinheiten der armenischen Streitkräfte und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen, in der Nähe explodierte.
Geschädigter Elschad Scheydayev sagte in seiner Antwort auf Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova aus, dass er in Kelbadschar durch eine Provokation des Feindes Verletzungen am Arm und Bein erlitten habe.
Kamiz Ibayev erklärte, er sei entführt worden, nachdem er sich in Kelbadschar im Nebel verirrt habe, und zwar von Resteinheiten der armenischen Streitkräfte und illegalen bewaffneten Gruppen. Als er die Fragen des Abteilungsleiters Nasir Bayramov zur Verteidigung der Staatlichen Anklage beantwortete, sagte er, man habe ihm die Augen verbunden und er habe nicht gewusst, wo er festgehalten werde. Während seiner Geiselhaft seien ihm verschiedene Folterungen zugefügt worden, er sei schlecht behandelt und geschlagen worden.
Als Antwort auf Fragen des Anwalts Avraam Berman des Angeklagten R. Vardanyan sagte der Geschädigte, als er gefangen genommen wurde, sei er von Resteinheiten der armenischen Streitkräfte und illegalen bewaffneten Gruppen festgehalten worden. Während der Geiselzeit habe er R. Vardanyan nicht gesehen.
Der Geschädigte Taleh Rzayev sagte in seiner Antwort auf Fragen des Ersten Stellvertreters des Generalstaatsanwalts Vusal Aliyev, dass er in Aghdara durch die Explosion einer Mörsergranate, abgefeuert vom Feind, Verletzungen erlitten habe.
Geschädigter Zaur Alakbarov erklärte in seiner Antwort auf Fragen des Sonderbeauftragten Tugay Rahimli, dass er im Rayon Khojavend/Chodschawänd durch die Explosion einer Granate, abgefeuert aus Artillerie des Feindes, verletzt worden sei. Dabei seien noch mehrere andere Personen verletzt worden.
Geschädigter Gismetpascha Abbaszade sagte in seiner Antwort auf Fragen des Staatsanwalts Fuad Musayev, dass er in Aghdam durch feindliches Feuer verletzt worden sei. Er fügte hinzu, dass auch eine weitere Person bei dem Vorfall verletzt worden sei.
Geschädigter Telman Adigözalov sagte als Antwort auf Fragen des Staatsanwalts Vusal Abdullayev, dass er in Khojavend durch Artilleriebeschuss des Feindes verletzt worden sei.
Geschädigter Elvin Mammadov erklärte, dass er in Aghdam durch feindliches Feuer von Resteinheiten der armenischen Streitkräfte und illegalen bewaffneten Gruppen schwere Verletzungen erlitten habe. Aufgrund dieser Verletzungen sei er 23 Tage im Koma gelegen. r gilt aktuell als schwerbehindert mit dem Grad II.
Rovschan Hajibalayev sagte aus, dass er im Rayon Aghdara in der Nähe eines abgefeuerten Artilleriegeschosses der Resteinheiten der armenischen Streitkräfte und illegalen bewaffneten Gruppen verletzt worden sei.
Teymur Jafarov erklärte, dass er in Latschin durch feindliches Feuer verletzt worden sei. Bei dem Vorfall sei eine Person ums Leben gekommen, mehrere andere seien verletzt worden.
Agil Guliyev sagte aus, dass er in Aghdam durch feindlichen Beschuss verletzt worden sei.
Khagani Guliyev erklärte, in Aghdam habe er durch Schusswaffenverletzung, verursacht durch feindliches Feuer, eine Verletzung erlitten.
Deyanat Mardanli sagte ebenfalls, dass er in Aghdam durch eine Provokation des Feindes verletzt worden sei.
Geschädigter Sarkhan Rahimov erklärte, dass er in Aghdam verletzt worden sei, als er mit einem Krankenwagen unterwegs war, um Verwundete zu evakuieren. Trotz Kennzeichnung als medizinisches Fahrzeug sei auf das Fahrzeug geschossen worden. Infolge dessen seien er selbst und weitere Personen verletzt worden. Die Verwundeten, die er hätte evakuieren sollen, seien gestorben, weil rechtzeitig keine medizinische Hilfe geleistet wurde.
Anar Seyidov, Turkan Jafarov und Parviz Adigözalov gaben an, in verschiedenen Richtungen durch Feuer von Resteinheiten der armenischen Streitkräfte und illegalen bewaffneten Gruppen verschiedene Verletzungen erlitten zu haben.
Maharram Karimli sagte in seiner Aussage, dass er auf dem Weg zwischen Aghdam und Aghdara durch feindliches Scharfschützenfeuer an seinem Arm verwundet worden sei. Auf eine Frage von R. Vardanyan sagte M. Karimli, er habe ihn über soziale Netzwerke erkannt.
Anschließend wurden die Ergebnisse der forensisch-medizinischen Gutachten zu den geschädigten Personen verlesen.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 21. Oktober angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.